Umfrage: Die heimische Wirtschaft setzt große Hoffnungen auf 2011. Von der Krise ist nicht mehr viel zu hören.

Umfrage
Nicht nur bei der Gießerei Schmees stehen die Zeichen nach den beiden Krisenjahren wieder auf Aufschwung.

Nicht nur bei der Gießerei Schmees stehen die Zeichen nach den beiden Krisenjahren wieder auf Aufschwung.

Anna Schwartz

Nicht nur bei der Gießerei Schmees stehen die Zeichen nach den beiden Krisenjahren wieder auf Aufschwung.

Langenfeld. In der Stadtkasse ist der dieser Tage viel zitierte Wirtschaftsaufschwung noch nicht angekommen. Noch immer erlebt die Verwaltung die Auswirkungen der Krise, noch immer muss gespart werden – und das in jedem Fachbereich. Positive Signale sendet hingegen die heimische Wirtschaft. Die WZ hat sich umgehört.

Besonders viel vom Jahr 2011 verspricht sich die Gießerei Schmees. Die hatte es in der Krise richtig erwischt: 2009 gab es einen Umsatzrückgang um 20 Prozent, 2010 um weitere zehn Prozent. Von 24 Millionen Euro Umsatz blieben noch 18 Millionen übrig. Doch nun geht es wieder aufwärts: „Nach den beiden schwierigen Jahren merken wir nun seit rund drei Monaten wieder eine Veränderung. Unsere Kunden haben mehr Aufträge, dementsprechend kommt auch bei uns mehr rein“, sagt Firmenchef Clemens Schmees.

Vits Technology stellte bereits 2010 wieder neues Personal ein

Bereits im vergangenen Jahr wieder besser ging es Vits Technologie – auf der einen Seite Weltmarktführer für Maschinen zum Verleimen von Laminatböden, auf der anderen in der Druckindustrie aktiv. Während die Drucksparte noch immer mit der Krise zu kämpfen hat, waren die Holzarbeiten schon 2010 wieder mehr gefragt. Volker Reidegeld, operativer Leiter: „Wir merken einen deutlichen Anstieg. 2010 haben wir zehn Mitarbeiter eingestellt. Für 2011 erhoffen wir uns einen weiteren Aufschwung.“

So geht es auch der Firma Orthomol, die Ernährungsmedizin und Mikronährstoffkombinationen aus Vitaminen entwickelt. „Wir rechnen mit einem guten Jahr“, sagt Pressereferentin Kristina Streuff. So sei das Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit deutlich am Standort Langenfeld gewachsen. Auch der internationale Handel mit Orthomols Kooperationspartnern in 18 Ländern hat angezogen.

Und auch das Handwerk rechnet mit vollen Auftragsbüchern. Thomas Willmes, Chef der gleichnamigen Dachdecker-Betriebes und Obermeister der Dachdeckerinnung des Kreises Mettmann, kann sich nicht über fehlende Aufträge beklagen. Das liegt zum einen an der witterungsbedingten Winterpause, zum anderen an den Privatkunden, die wieder investieren. Schon 2010 erlebte Willmes einen Aufschwung von 20 Prozent. „Jetzt sieht es wieder gut aus. Wir sind vier Monate ausgebucht.“

Auch wenn die Stadtkasse den Aufschwung erst mit Verzögerung erleben wird, gehen bei Ulrich Beul, Chef der Wirtschaftsförderung, „aktuell täglich verstärkte Ansiedlungsanfragen“ ein.

Aktuell sind in Langenfeld rund 1800 Unternehmen angesiedelt. Laut der jüngsten Statistik (Stand: 31. März 2010) haben die Firmen 24 169 sozialversicherungspflichte Beschäftigte engagiert.

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