Die Nachfrage nach Kitaplätzen für unter Dreijährige wächst rasant. Langenfeld liegt jetzt schon über den Prognosen.

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Die U 3-Betreuung, hier in der im Dezember von der Awo eröffneten Kita Rheindorfer Straße, wächst weiter. Archiv

Die U 3-Betreuung, hier in der im Dezember von der Awo eröffneten Kita Rheindorfer Straße, wächst weiter. Archiv

Anna Schwartz

Die U 3-Betreuung, hier in der im Dezember von der Awo eröffneten Kita Rheindorfer Straße, wächst weiter. Archiv

Langenfeld. Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab einem Jahr – das gilt seit August. Das Land hatte in der Betreuung unter drei Jahren (U 3) eine Quote von 33,1 Prozent empfohlen. Langenfeld liegt mit knapp 40 Prozent deutlich darüber und tut gut daran. „Die Kitas sind rappelvoll. Da geht bis zum Sommer nichts mehr“, sagt Carsten Lüdorf, stellvertretender Referatsleiter für Kitas, Schulen und Sport. Er betont: „An einem weiteren Ausbau kommen wir nicht vorbei.“

Spielraum erlaubt laut Lüdorf lediglich noch die Tagespflege. In Langenfeld gibt es 150 Tagesmütter und -väter. Außerdem könne notfalls noch auf eine privat betriebene Kita ausgewichen werden. „Unterm Strich können wir zufrieden sein. Wir wussten zum Start im August doch gar nicht, wohin die Reise geht. Jetzt ist das alles schon übersichtlicher.“

„Die Kitas sind rappelvoll. Da geht bis zum Sommer nichts mehr.“

Carsten Lüdorf, stellvertretender Referatsleiter für Kitas, Schulen und Sport

Geändert hat sich das Verhalten der Eltern. Laut Lüdorf werden die Kinder immer früher in die Betreuung gegeben. Er geht davon aus, dass es eine weitere Verschiebung geben wird: „Früher war es so, dass Kinder ab drei Jahren zu fast 100 Prozent in den Kitas waren. Ich bin mir sicher, dass künftig bereits ab zwei Jahren die Quote sehr hoch sein wird.“

Unter einem Jahr ist der Andrang auf einen Betreuungsplatz noch gering. Dann zieht er schlagartig an. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass nach zwölf Monaten das Elterngeld ausläuft. Der Vater kann dann noch maximal zwei Monate dranhängen.

Derzeit sind bereits etwa 500 U-3-Kinder in Betreuung. Um dem Bedarf gerecht zu werden, müssen weitere Plätze her. Dafür soll die Kollwitz-Hauptschule, derzeit noch von der neu gegründeten Gesamtschule genutzt, ab 2016 zu einer Kita umgebaut werden. Bis zu zehn Gruppen mit insgesamt 200 Kindern sollen dort einen Platz finden. Es ist vorgesehen, dass die Einrichtung Auf dem Sändchen mit ihren 60 Plätzen dann schließt.

Billig ist der Ausbau der Kita-Landschaft nicht. Der geplante Umbau der Hauptschule am Pfahlerweg wird etwa vier Millionen Euro kosten. Seit 2008 wurden bereits 12,5 Millionen Euro investiert. Der städtische Anteil lag dabei bei 8,6 Millionen Euro.
 

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