Simone Feldmann ist froh, dass es in Monheim 65 öffentliche Spielflächen gibt. 21 Spielplatzpaten engagieren sich.

Nach den Worten von Simone Feldmann, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie, müssen sich Kinder ausprobieren können. Archiv
Nach den Worten von Simone Feldmann, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie, müssen sich Kinder ausprobieren können. Archiv

Nach den Worten von Simone Feldmann, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie, müssen sich Kinder ausprobieren können. Archiv

Ralph Matzerath

Nach den Worten von Simone Feldmann, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie, müssen sich Kinder ausprobieren können. Archiv

Monheim. Die Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie der Stadt, Simone Feldmann, äußert sich im Interview über die Situation bei den Spielplätzen.

Welches Konzept verfolgen Sie für Ihre Stadt?

Simone Feldmann: Mit den fortlaufenden Sanierungsmaßnahmen verfolgt die Stadt Monheim das Ziel, jedem Spielplatz einen ganz eigenen Charakter zu geben, so dass es sich lohnt, alle Spielflächen im Stadtgebiet zu erkunden. Wir legen sehr großen Wert auf die Nutzerperspektive der Kinder und Jugendlichen sowie die Perspektive der Spielplatzpaten. Alles sind Experten für Spielflächen, die wir grundsätzlich mit in unsere Planung einbeziehen.

Welche Aufgaben haben bei Ihnen die Spielplatzpaten?

Feldmann: Derzeit engagieren sich 21 Spielplatzpaten für „ihren“ Spielplatz. Die Spielplatzpaten schauen nach dem Rechten, suchen den Kontakt zu den Nutzern und weisen uns auf Mängel hin. Einige von ihnen organisieren auch Aktivitäten wie beispielsweise Spielplatzfeste.

Es gibt immer wieder Eltern, die stets besorgt um die Sicherheit ihrer Kinder sind. Warum sollten sie sich auf Spielplätzen zum Wohl ihrer Kinder zurückhalten?

Feldmann: Der Spielplatz ist ein ganz besonderer Ort für Kinder und Jugendliche, denn es ist ein Platz des selbstbestimmten Spielens, des Entdeckens und der Kommunikation. Für Kinder ist es sehr wichtig, sich selber auszuprobieren.

Der Referent des ABA, Fachverband für Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Rainer Deimel, sagte auf der 17. Landeskonferenz für Spielplatzpaten, dass der Gefährdungsgrad von Kindern und Jugendlichen sinken würde, wenn sie mit Risiken vertraut seien. Wie stehen Sie dazu?

Feldmann: Grundsätzlich gehe ich nicht von einer Gefährdung von Kindern und Jugendlichen auf öffentlichen Spielplätzen aus. Auch sind Kinder nicht gefährdet, wenn sie die Natur entdecken. Natürlich entwickeln sich Kinder motorisch weiter, wenn sie zum Klettern, Schaukeln, Springen angeregt werden.

In der Monheimer Erklärung wird davor gewarnt, das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen risikofrei zu gestalten, weil von einer Überbehütung eine Gefährdung der Kinder ausgehen könne. Wie sehen Sie das?

Feldmann: Ich finde, dass unser Monheimer Abenteuerspielplatz ein sehr schönes Beispiel ist. Hier lernen Kinder den Umgang mit Werkzeugen wie Hammer und Sägen und werden dort befähigt, eigene Unterstände zu bauen. Oft gehört ein Lagerfeuer auch zum Bestandteil der Angebotspalette. Gehäufte Unfälle oder Verletzungen können wir dort nicht verzeichnen. Die Kinder übernehmen auf dem Abenteuerspielplatz Verantwortung und wissen die Risiken sehr gut einzuschätzen. Hierzu müssen wir Kindern und Jugendlichen natürlich auch Gelegenheiten bieten.

Wie viel Aufsicht benötigen Kinder auf Spielplätzen?

Feldmann: Wir sind in Monheim am Rhein sehr froh, dass wir eine große Zahl an Spielflächen vorhalten. Somit ist es für jedes Kind im Stadtgebiet möglich, fußläufig eine Spielfläche zu erreichen. Ob die Kinder nun alleine gehen dürfen oder nicht, sollten die Eltern in Abstimmung mit ihren Kindern entscheiden und mit ihnen hierzu Vereinbarungen treffen.

Wann sollen Eltern eingreifen und wann besser nicht?

Feldmann: Natürlich müssen dies Eltern für sich entscheiden. Wer kennt das nicht, dass einem in speziellen Situation das Herz stehen zu bleiben scheint, weil man denkt, dass das Kind vor ein Auto läuft oder sich am Grill verbrennt. Hier müssen Eltern sogar eingreifen. Ich denke es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder auf Gefahren hinweisen, ihnen auf der anderen Seite aber auch zutrauen sich auszuprobieren.

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