CDU fordert die Schaffung von zwei Stellen, die sich um alle Problemschüler kümmern sollen. Ausdrücklich nicht kümmern sollen sich die Schnittstellenmanager aber um klassische Sozialarbeiterfelder, wie Workshops, größere Gesprächsrunden, Nachmittags-AGs oder die Schulcafeteria.

Langenfeld. Mobbing, Gewalt, Vandalismus, verhaltensauffällige Schüler, familiäre Schwierigkeiten, die mit in den Unterricht genommen werden, schlechte Noten – die Liste der Probleme an Schulen ist lang. Deshalb fordert die Ratsfraktion der Bürgergemeinschaft Langenfeld (BGL) bereits seit Jahren die Einführung von Schulsozialarbeitern.

Doch in der Vergangenheit scheiterte dieser Vorstoß laut der BGL immer wieder an der CDU, die auf die Zuständigkeit der Landesregierung verwies.

Nun haben sich die Vorzeichen geändert. Im jüngsten Schulausschuss legte die CDU-Fraktion einen Antrag vor, der sich für eine Neuorganisation der Sozialarbeit an den Langenfelder Schulen stark macht. „Besser spät als nie“, sagt BGL-Sprecher Gerold Wenzens dazu und kündigt an: „Wir werden den Antrag am 1. März unterstützen und hoffen, dass die anderen Fraktionen das ebenfalls tun.“

BGL-Fraktion wird den CDU-Antrag unterstützen

Und das, obwohl das CDU-Modell sich von den ursprünglichen Forderungen der BGL unterscheidet. „Es ist schon etwas anderes. Aber unter dem Strich ist die Funktion der Sozialarbeiter dieselbe“, sagt Wenzens.

So fordert die CDU keine festen Sozialarbeiter an jeder Schule, sondern zwei so genannte Schnittstellenmanager für alle Schulen gleichzeitig. „Wir wollen keine Schulsozialarbeiter der alten Art, die isoliert nur an einer Schule aktiv sind. Wir wollen zukunftsfähige Mitarbeiter, die auf die Bedürfnisse unserer Schullandschaft zugeschnitten sind und den Kontakt zu anderen Stellen der Jugend- und Sozialarbeit der Stadt haben“, sagt Michaela Detlefs-Doege, CDU-Fraktionsmitglied und Vorsitzende des Schulausschusses.

In Monheim gibt es die Schulsozialarbeiter bereits. Im Gegensatz zum Langenfelder CDU-Modell hat jede Schule ihre eigenen. Die Peter-Ustinov-Gesamtschule hat sogar gleich zwei Sozialarbeiter. „Auf die möchte ich nicht verzichten. Ich kann das nur jeder Schule empfehlen“, sagt Leiterin Regina Lingel-Moses. Von Sozialpädagogen, die mehrere Schulen gleichzeitig betreuen, hält sie hingegen nichts: „Zu denen werden die Schüler nicht ein solches Vertrauensverhältnis aufbauen. Vernetzt mit anderen Stellen sind sie bei uns trotzdem.“

Das Aufgabengebiet der Schnittstellenmanager soll laut Detlefs-Doege dreigeteilt daherkommen: Erstens sollen sie kleinere Unstimmigkeiten direkt vor Ort lösen, zweitens größere Problemfälle an die entsprechenden Stellen der Stadt weiterleiten, drittens Fort- und Weiterbildungsangebote in die Schulen tragen.

Ausdrücklich nicht kümmern sollen sich die Schnittstellenmanager aber um klassische Sozialarbeiterfelder, wie Workshops, größere Gesprächsrunden, Nachmittags-AGs oder die Schulcafeteria. Das sieht auch die Verwaltung so.

Sozialarbeiter sollen der Stadt, nicht den Schulen unterstellt sein

„Wir wollen den Fokus auf Problemkinder legen“, sagt Ulrich Moenen, Leiter des Fachbereichs Jugend, Schule und Sport. So sollen die zwei Sozialarbeiter auch nicht den Schulen, sondern der Stadt unterstellt werden.

„Wir haben bereits eine intakte Infrastruktur für Jugendarbeit innerhalb der Stadt. Die Schnittstellenmanager sollen von der Schule aus die Brücke dahin schlagen“, sagt Michaela Detlefs-Doege, die nichts davon hält, dass die Sozialarbeiter dauerhaft an einer Schule sitzen und betriebsblind werden. Vielmehr soll jede Schule an zwei Nachmittagen pro Woche besucht werden.

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