Viele Hartz IV-Empfänger finden keine eigenen vier Wände.

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Für sozial Schwache oft nur ein Traum: der eigene Mietvertrag.

Für sozial Schwache oft nur ein Traum: der eigene Mietvertrag.

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Für sozial Schwache oft nur ein Traum: der eigene Mietvertrag.

Langenfeld. Unter Tränen schildert Andrea K. beim Sozialpolitischen Stammtisch der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmergemeinschaft (CDA) ihre Situation. „Ich bin seit zehn Monaten wohnungslos, übernachte abwechselnd bei meinen Kindern oder Freunden“, sagt die 48-Jährige. „60 Mal habe ich um eine Wohnung nachgefragt, das Wohnungsamt, die Arge und die Wohnungslosenhilfe des Sozialdienstes katholischer Frauen aufgesucht. Für 277 Euro, die ich als Hartz IV-Zuschuss für eine Wohnung erhalte, kriege ich keine.“

Einzelne Kommune kann das Problem nicht Schultern

Mit der Frage „Braucht Langenfeld die soziale Wohnraumförderung?“ hatte der CDA jetzt in den Saal der Martinsklause eingeladen. Hans-Geord Ibold, Leiter des CDA-Teams, begann die Veranstaltung mit der Anschlussfrage: „Wird dem Bedarf für junge Familien, für sozial schwächere, ältere und behinderte Menschen entsprochen?“ Scheinbar nicht.

Denn Laut Mietspiegel vom Februar 1012 liegt der Mietpreis für eine 40-Quadratmeter-Wohnung zwischen 7,37 und 9,06 Euro pro Quadratmeter. „Die Stadt hat 340 Wohnberechtigungsscheine für den sozialen Wohnungsbau ausgestellt, den es seit Jahren gar nicht mehr gibt. Die Nachfrage kann nicht befriedigt werden“, sagte Rainer Sartorius. Sachbereichsleiter der Wohnungslosenhilfe des Sozialdienstes für katholische Frauen. „Vermieter nehmen keine Arbeitslosen oder Bewerber mit Schufa-Eintrag.“

Bauträger Guido Boes sprach vom „Zusammenrücken“, um das Problem durch soziale Einrichtungen oder die Kirche zu lösen. CDU-Ratsherr Rolf Kamp beklagte, dass sich die Politik aus dem sozialen Wohnungsbau zurückgezogen habe.

Allen war klar, dass die einzelne Kommune das Problem nicht schultern kann. Das Thema müsse an Land und Bund mit Nachdruck herangetragen werden. CDA, Awo, Wohnungslosenhilfe, Mieterverein und Kirchen müssten durch bessere Kommunikation an der Lösung mitarbeiten, Solidarität zeigen, helfen. Die Mittel für den sozialen Wohnungsbau könnten aber nicht von den Sozialwerken kommen.

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