„Auf Schritt auf Tritt“ heißt die neue Ausstellung im Kulturellen Forum. Sie zeigt rund 80 Schuhe aus fernen Ländern und Zeiten.

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Leiterin Hella-Sabine Lange mit zwei Stücken der Ausstellung: einem marrokanischen Schnabelschuh (l.) und einem Lotus-Schuh (r.).

Leiterin Hella-Sabine Lange mit zwei Stücken der Ausstellung: einem marrokanischen Schnabelschuh (l.) und einem Lotus-Schuh (r.).

Anna Schwartz

Leiterin Hella-Sabine Lange mit zwei Stücken der Ausstellung: einem marrokanischen Schnabelschuh (l.) und einem Lotus-Schuh (r.).

Langenfeld. Ein wenig chaotisch sieht es in den Räumen des Kulturellen Forums noch aus. Dutzende Paare Schuhe liegen auf dem Boden, Vitrinen und Stellwände stehen kreuz und quer.

Doch trotz der Unordnung liegt schon museale Atmosphäre in der Luft. Denn am 13. November beginnt die neue Ausstellung „Auf Schritt und Tritt“, die sich ganz dem Thema Schuhe widmet.

Die chinesischen Lotus-Schuhe haben eine brutale Geschichte

Rund 80 verschiedene Stücke aus unterschiedlichsten Epochen wird es dann zu sehen geben. Und die Ausstellung beschränkt sich nicht nur auf die Schuhmode des weiblichen Geschlechts: „Wir zeigen hier auch Männer- und Kinderschuhe“, sagt Hella-Sabine Lange, Museumsleiterin des Kulturellen Forums.

Mit weißen Handschuhen ausgestattet, damit die wertvollen Exponate nicht beschädigt werden, widmet sie sich gerade einem chinesischen Schuh aus dem 15. Jahrhundert. „Das ist hier ist ein Gin-Lien-Schuh, auch Lotus-Schuh genannt“, erklärt Lange.

Das Exemplar, das sie in den Händen hält, ist winzig, unglaublich schmal und mit einer brutalen Geschichte verbunden. „Den Mädchen wurden die Füße mit nassen Bandagen verbunden.

Am Samstag wird die Ausstellung zunächst geladenen Gästen präsentiert. Ab Sonntag kann sie dann zwischen 10 und 17 Uhr besucht werden.

Das Kulturelle Forum im Freiherr-vom-Stein-Haus ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Bis zum 5. Februar werden die Exponate gezeigt.

Dadurch kam es zu Knochenbrüchen und Verkrüppelungen. Nur so passten die Frauen in diesen Schuh hinein, konnten sich dann aber gar nicht mehr richtig bewegen. Diese Schuhmode galt damals in China als erotisch“, sagt Lange.

Weniger schmerzhaft ging es in den anderen Exponaten der Ausstellung zu. Vom marrokanischen Schnabelschuh aus dem 18. Jahrhundert bis hin zum Jedermann-Schuh der Nachkriegszeit – die Ausstellung zeigt Modelle aus Europa, Afrika, dem fernen Osten und dem Orient und ist zugleich eine Zeitreise durch die Schuhmode der einzelnen Jahrhunderte.

„Auf Schritt und Tritt“ greife aber auch noch einen weiteren Aspekt auf, so Lange. „Die verschiedenen Schuhe sagen auch immer etwas über die sozial- und gesellschaftsgeschichtliche Situation aus“, erklärt die Museumsleiterein.

Neben den Schuhen werden auch thematisch passende Bilder gezeigt

Neben den Schuhobjekten selbst zeigt die Ausstellung auch Bilder von bekannten Künstlern wie Jörg Immendorff. Auch in diesen Werken wird das Thema Schuh aufgegriffen. Die Schuhmacherwerkstatt, die in der Ausstellung Platz findet, beschäftigt sich zudem mit dem handwerklichen Aspekt.

Gefördert wird „Auf Schritt und Tritt“ vom Förderverein Stadtmuseum Langenfeld und der Langenfelder Firma ara Shoes, die mit einem eigenen Bereich in der Ausstellung vertreten ist.

Die Exponate kommen von verschiedenen Leihgebern. „Unter anderem hat uns der private Schuhsammler Ernst Tillmann viele Stücke zur Verfügung gestellt, ebenso wie das Schuhmuseum Pirmasens, sagt Lange. Bis zur Eröffnung am Sonntag hat das Team noch einiges zu tun. Deshalb ist das Kulturelle Forum bis einschließlich Samstag noch geschlossen.

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