Der Vorstand der Richrather Schützen hat sich verjüngt. Eine Änderung der Satzung wird überdacht.

Der Umzug der St. Sebastianer gehört zum Höhepunkt des Schützenfestes in Richrath.
Der Umzug der St. Sebastianer gehört zum Höhepunkt des Schützenfestes in Richrath.

Der Umzug der St. Sebastianer gehört zum Höhepunkt des Schützenfestes in Richrath.

Rainer Keip (l.), jetzt Ehrenbrudermeister, trat sein Amt als Erster Brudermeister an Wolfgang Schütz ab.

Stefan Fries, Bild 1 von 2

Der Umzug der St. Sebastianer gehört zum Höhepunkt des Schützenfestes in Richrath.

Langenfeld. Glaube, Sitte, Heimat. Wen spricht das an? In Richrath sind es viele Menschen. Sie gehören der St. Sebastianus Schützenbruderschaft an oder stehen ihr nahe. Etwa 300 Schützen gibt es in Richrath. Der Vorstand hat sich jetzt verjüngt.

Der neue Brudermeister ist Wolfgang Schütz (56). Er war Stellvertreter des vorherigen amtierenden Brudermeisters Rainer Keip. Der ist nun Ehrenbrudermeister.

Vater, Sohn und Enkel gehören traditionell der Bruderschaft an

„Wir brauchten eine Verjüngung“, sagt Keip (61). „Wir haben die Neubesetzung des Vorstands von langer Hand geplant.“ Gespräche seien schon vor Monaten geführt worden.

Keip selbst ist vor 48 Jahren in die Richrather Bruderschaft eingetreten. „Das war damals so, dass der Opa, der Vater, der Sohn, das Kind und auch das Enkelkind Mitglied in der Bruderschaft wurden“, so Keip.

Er selbst kam über die Fußballmannschaft zu den Richrather Schützen, seitdem hat ihn die Vereinigung nicht losgelassen. Doch jetzt macht er Jüngeren Platz. „Wir haben neue Leute zwischen 40 und 56 Jahren“, sagt Keip.

Wolfgang Schütz ist neuer Brudermeister der St. Sebastianus-Bruderschaft Richrath. Stellvertreter ist Ingo Zimmermann, Schatzmeister Dirk Oberscheidt, Schriftführer Frank Mörseburg, Geschäftsführer der Schützenhalle ist Heinrich Schils, neuer Kassierer Helmut Teske, Hauptmann ist Raimund Gladbach, neuer Schießleiter Dirk Thiessen und Leiter des Festausschusses Martin Zimmermann.

In drei Bereiche gliedern sich die Richrather Schützen: in die Belange der Bruderschaft, der Schützenhalle und des Seniorentreffs. Etwa 50 Schützenbrüder würden diese drei Bereiche organisieren. „Das war früher anders“, sagt Keip. „Da hatten wir noch keine eigene Halle, also war niemand für die Schützenhalle verantwortlich.“

Jetzt finden dort aber viele Termine statt. Senioren gehen dort ein und aus. Derzeit gibt es Karnevalsveranstaltungen vom RKV und den Senioren. Auch die Traditionsveranstaltung „All onger eene Hoot“ sei aus dem Karneval nicht wegzudenken. Dort engagieren sich die Bruderschaft, KAB und Kirchenchor. „Die Richrather Halle lockt auch Gäste aus Baumberg, Solingen und Düsseldorf-Süd an“, sagt er.

Der Verein ist gut aufgestellt. „Jung und Alt ergänzen sich“, sagt Keip. Doch die Bruderschaft hatte auch Sorgen, als es 2010 keine Jungschützenabteilung mehr gab. Die Werbetrommel wurde gerührt. 14 neue Jungschützen, alle im Alter zwischen 14 und 21 Jahren, wurden geworben, darunter drei Mädchen. „Wir müssen unsere Satzung überdenken“, sagt der Ehrenvorsitzende.

„In der Zukunft kann es Brudermeisterinnen und Frauen geben, die auf den Königsvogel schießen“, erläutert Keip. Viele Bruderschaften hätten Frauen in ihren Reihen. Das erfordere nur eine Änderung der Satzung. Ein Arbeitskreis erörtert diese Fragen.

1870 wurden die Richrather Sebastianer erstmals urkundlich erwähnt. Große Tradition hat die Fronleichnamsprozession. Nach der Gründung der Großgemeinde St. Josef und Martin findet nur noch eine zentrale Prozession statt. 2011 war sie in Langenfeld-Mitte. In diesem Jahr findet sie wieder in Richrath statt. 700 bis 800 Teilnehmer beteiligen sich stets an der Prozession. In Richrath wird immer noch gehofft, 2013 vielleicht wieder eine eigene zu haben.

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