Beim Westernreiten auf Gut Langfort zeigen die Teilnehmer, was sich durch hartes Training erreichen lässt.

Reiterin Silke Anischevski auf ihrem Pferd Hägar.
Reiterin Silke Anischevski auf ihrem Pferd Hägar.

Reiterin Silke Anischevski auf ihrem Pferd Hägar.

Anna Schwartz

Reiterin Silke Anischevski auf ihrem Pferd Hägar.

Langenfeld. Das erklärte Ziel vieler Pferdefans aus dem Rheinland war am Wochenende Gut Langfort in Langenfeld, Veranstaltungsort der Landesmeisterschaften im Westernreiten. „Charakteristisch für diesen Sport ist, dass der Reiter sein Pferd über Gewichtshilfen lenkt, es ist eine entspannte Art des Reitens“, erklärt Turnierleiter Jürgen Vogel.

Rund 205 Pferde mit ihren Reitern, den sogenannten Horseman, gingen an diesem Wochenende an den Start, 60 verschiedene Prüfungen in unterschiedlichen Leistungsklassen konnten absolviert werden. „Es ist ein weiter Weg die Pferde so zu trainieren, dass sie auf die leichten Hilfen ihres Reiters reagieren. Die Ausbildungszeit ist lang“, sagt Jürgen Vogel. Dennoch findet das Westernreiten hierzulande immer mehr Anhänger.

Aus dem Reitstil der Cowboys hat sich eine Sportart entwickelt

Vorbild ist der Reitstil der Cowboys, denen das Pferd ihr wichtigstes Arbeitsmittel war. Sie mussten in Ausübung ihres Berufes die Zügel auch loslassen können und das Pferd durch Schenkeldruck lenken, um beim Reiten auch mal das Lasso zu schwingen. Über die Jahre hinweg hat sich so ein eigener Reitstil entwickelt.

Die Atmosphäre auf dem Turnierplatz ist eine Mischung aus Volksfest und Familientreffen. Hier werden, wie bei anderen Reitsportereignissen auch, Hüte zur Schau getragen, Cowboyhüte. „Das gehört zum Outfit mit dazu“, sagt Jürgen Vogel. „Die Jugendlichen müssen im Turnier aber aus Sicherheitsgründen einen Reithelm tragen.“

Bewertet wird – je nach Disziplin – das Pferd oder der Reiter. Wird das Pferd bewertet, wie zum Beispiel beim „Trail“ oder „Western Pleasure“, ist es wichtig, dass es eine ruhige Gangart hat und auf die Hilfen, die der Reiter gibt, bereitwillig reagiert. Steht der Reiter im kritischen Blick, wie das beim „Western Horsemanship“ der Fall ist, sollen die Hilfen, mit denen er sein Pferd lenkt, möglichst unsichtbar sein. Der Gewinner der Prüfung erhält eine blaue Schleife, der zweite Platz wird mit einer roten, der dritte mit einer gelben Schleife belohnt.

Die Sieger des Turniers qualifizieren sich für die deutsche Meisterschaft

Die Erste Westernreiter Union (EWU) hat 16 Landesverbände, einer davon ist der EWU-Verband Rheinland. Dieser ist mit 1150 Mitgliedern der zweitstärkste in Deutschland.

Seit mehr als 20 Jahren organisiert die EWU-Rheinland Turniere und ist verantwortlich für die Ausbildung der Westernreiter. Bei den Turnieren sind Pferde aller Rassen startberechtigt, auch ohne Abstammungspapiere.

Wer mehr erfahren möchte: Auf der Internetseite des Verbandes finden sich wichtige Adressen und Informationen gibt es im Internet.

Organisiert wird der Wettbewerb vom Verband Erste Westernreiter Union Rheinland. „Die Landesmeister aus dem heutigen Wettbewerb qualifizieren sich für die deutschen Meisterschaften Ende September in Kreuth/Rieden“, sagt Turnierleiter Vogel.

Organisatorisch laufen alle Fäden bei Petra Retthofer zusammen, die seit 2005 mal ehrenamtlich, mal gegen eine Aufwandsentschädigung, solche Turniere im zeitlichen Ablauf überwacht, Startnummern vergibt und alle Hände voll zu tun hat. Wichtig ist ihr bei ihrem Engagement, „dass vor allem die Jugend gefördert wird.“ Sie selbst kam durch ihre Tochter zu dem Sport.

Karin Röttgen aus Wipperfürth ist eine der Teilnehmerinnen. Sie ist mit ihrem fünf Jahre alten Pferd „Smartest Mia“ zum Turnier gekommen. Sie kam durch einen Amerika-Besuch zum Reitsport. Wieder in Deutschland hat sie sich für das Westernreiten entschieden „weil mir diese lockere, entspannte Art zu Reiten gut gefallen hat. Man muss viel Zeit und Mühe für die Ausbildung der Pferde inverstieren“, sagt sie. Seit dem vergangenen Jahr nimmt sie mit „Smartest Mia“ an Turnieren teil und ist mit dem Verlauf an diesem Tag zufrieden.

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