Zu wenig Kapazität, umgeleitete Sendungen: Die Schließfächer an der Richrather Straße sorgen für Ärger.

Langenfeld
Das Paket von Heribert Werner wurde zunächst umgeleitet, dann für „verlorengegangen“ erklärt. Der Langenfelder hadert mit dem Packstation-Service an der Richrather Straße.

Das Paket von Heribert Werner wurde zunächst umgeleitet, dann für „verlorengegangen“ erklärt. Der Langenfelder hadert mit dem Packstation-Service an der Richrather Straße.

Ralph Matzerath

Das Paket von Heribert Werner wurde zunächst umgeleitet, dann für „verlorengegangen“ erklärt. Der Langenfelder hadert mit dem Packstation-Service an der Richrather Straße.

Langenfeld. Heribert Werner nutzt seit längerem die Packstation der Deutschen Post DHL an der Richrather Straße. „Da ich alleine wohne, würde der Paketbote bei mir tagsüber fast immer vor verschlossener Tür stehen. Bei der Packstation kann die Post jederzeit anliefern und ich das Paket zu jeder Tag- und Nachtzeit abholen“, nennt der 51-Jährige den wesentlichen Vorteil der gelben Schließfächer unter freiem Himmel.

Zuletzt hat sich Werner aber wiederholt geärgert: „Ich habe eine dringend benötigte neue Telefonanlage bestellt und mehr als eine Woche auf die Sendung gewartet. Erst hieß es, das Paket mit dem etwa 400 Euro teuren Inhalt sei an die Postfiliale in der Stadtgalerie umgeleitet worden, dann war es dort unauffindbar, schließlich wurde es – neun Tage nach meiner Bestellung – für verlorengegangen erklärt.“

Allein an einem Tag wurden 38 Pakete umgeleitet

Weil die Umleitung wegen Überfüllung der Packstation kein Einzelfall ist, wie Werner in Erfahrung bringen konnte, fordert er: „Die Post muss an ihrer Packstation für mehr Kapazitäten sorgen, sonst führt sie die Vorteile, mit denen sie diesen Service bewirbt, ad absurdum.“

Werner war, nachdem er die „Umleitungs-SMS“ von DHL erhalten hatte, nicht der einzige, der zum Abholen eines Pakets in die Stadtgalerie gebeten wurde. „An der Zustellbasis der Post an der Industriestraße sagten sie mir, dass an diesem Tag 38 Pakete umgeleitet worden seien. Das bedeutet doch wohl, dass die Packstation an der Richrather Straße viel zu klein ist.“

Auch nach fünf Tagen noch immer keine Zustellung

Wie bereits einmal im Mai rechnete er damit, das Paket unmittelbar nach Erhalt der Zustell-SMS an der Packstation abholen zu können, dort, wo er „zweimal täglich vorbeifährt“ und keine Rücksicht auf die Öffnungszeiten einer Filiale nehmen muss. Dass er am fünften Tag nach Bestellung mit leeren Händen aus der Stadtgalerie kam, habe dem Fass den Boden ausgeschlagen: „Die Lieferung an die Packstation ist ein Service-Versprechen – ich möchte mich darauf verlassen können, dass die Post dieses Versprechen hält.“

„Tun wir allermeistens auch“, sagt Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post DHL. „Wir liefern deutschlandweit im Tagesdurchschnitt rund 3,5 Millionen Pakete aus. Wenn dann im Einzelfall Fehler entstehen, können wir uns nur entschuldigen.“ Vor Weihnachten seien es regelmäßig doppelt so viele Pakete wie im Tagesdurchschnitt. „Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass die Kapazität einer Packstation für einzelne Tage nicht ausreicht“, bittet Ernzer um Verständnis. Zugleich versichert er: „Weil der Service super angenommen wird – www.paket.de hat inzwischen fünf Millionen registrierte Nutzer –, bauen wir unser Netz an Packstationen ständig aus.“

Falls Bedarf bestehe und es die Örtlichkeit zulasse, würden bestehende Stationen auch erweitert. „Neben der Basisstation mit 74 Paketfächern gibt es extra Module dafür“, erklärt Ernzer. Solche könnten bald auch in Langenfeld zum Einsatz kommen. „Wir prüfen eine Erweiterung.“

Postkunde Heribert Werner hat inzwischen seine Telefonanlage erhalten: „Bei der zweiten Bestellung hat es geklappt“, berichtet er. Zur Sicherheit habe er sich das Gerät aber an den Paketshop eines anderen Versandunternehmens schicken lassen.

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