Die erweiterte Orgel in St. Dionysius bietet neue Möglichkeiten.

Burkhard Hoffmann segnet die sanierte Orgel.
Burkhard Hoffmann segnet die sanierte Orgel.

Burkhard Hoffmann segnet die sanierte Orgel.

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Burkhard Hoffmann segnet die sanierte Orgel.

Monheim. Langsam füllt sich die katholische St.Dionysius-Kirche in Baumberg, während sich auf der Orgeltribüne der Chor vorbereitet und noch einmal einige Textstellen durchgeht. „Songs of Mary“ werden sie singen, nur ein Stück. Der Mittelpunkt der kirchlichen Veranstaltung ist nämlich indes etwas ganz anderes: Die Orgel, sie soll eingeweiht werden.

Insgesamt hat die Reinigung und die Erweiterung des Musikinstruments knapp 112 000 Euro gekostet, lediglich 12 000 Euro wurden vom Erzbistum Köln übernommen. Die Baumberger Kirchengemeinde hatte im Vorfeld schon knapp 50 000 Euro an Spenden eingesammelt – in den vergangenen zehn Jahren.

Als Pfarrer Burkhard Hoffmann zum Kirchenaltar schreitet, erklingt über den Sitzbänken die Orgel. Sie füllt den vergleichsweise kleinen Kirchraum komplett aus. Man hört die Trompeten und Pfeifen, während der Organist Andreas Wolf mit seinen Fingern über die Tastatur fährt, zeitgleich mit den Füßen fast genau so viele Holz-Pedale bedient. Das Spiel ist nicht nur klanglich schön, es sieht auch ein bisschen witzig aus. Wenn die Füße nur so andeutende Bewegungen machen, erinnert das ein wenig an das Zappeln von Marionetten, die Wirkung aber ist gewaltig. „Vorher waren insgesamt drei Kombinationen möglich“, erklärt Andreas Wolf. „Jetzt sind es 512“. Die Orgel klingt also nicht einfach nur besser und die Töne sind etwas klarer, sondern die Möglichkeiten des Orgelspiels sind ungleich größer geworden.

Um die offenen Kosten für die Sanierung und Instandhaltung des riesigen Instruments zu finanzieren, geht die Gemeinde unterhaltsame Wege. So können zum Beispiel die Gemeindemitglieder eine der alten 168 ausrangierten Pfeifen kaufen. Den Preis bestimmt der Käufer. Eine weitere Möglichkeit die Orgel mitzufinanzieren, ist eine Pfeifenpatenschaft für die neuen Klangteile zu übernehmen. Die Preise sind fest und richten sich nach der Größe der Pfeife. Zwischen 155 Euro und 530 Euro kostet so eine Patenschaft. Der Pate erhält dafür eine Urkunde. Ute Merten, die Musikerin im Seelsorgebereich der Gemeinde, erklärt:„Wir werden, wenn die Paten das wünschen, auch eine Tafel mit den Namen der Orgelpaten in der Nähe des Instruments anbringen.“

Eine andere Idee ist der Verkauf von Taktstücken. Zu einer Messe hat Andreas Wolf die „Toccata und Fuge in d-Moll“ von Johann Sebastian Bach gespielt, allerdings nur die Teile, die zuvor auch verkauft wurden. Wer also das ganze Stück hören möchte, muss gegen eine Spende die restlichen Takte finanzieren.

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