Seit zehn Jahren fährt Michael Kaufmann einen alten Ford Thunderbird.

Im Sommer blitzt er in der Langenfelder Sonne, im Winter steht in der Garage – der Ford Thunderbird von Michael Kaufmann.
Im Sommer blitzt er in der Langenfelder Sonne, im Winter steht in der Garage – der Ford Thunderbird von Michael Kaufmann.

Im Sommer blitzt er in der Langenfelder Sonne, im Winter steht in der Garage – der Ford Thunderbird von Michael Kaufmann.

Anna Schwartz

Im Sommer blitzt er in der Langenfelder Sonne, im Winter steht in der Garage – der Ford Thunderbird von Michael Kaufmann.

Langenfeld. „Ich kann das überhaupt nicht verstehen, dass man sich so eine Karre kauft!“ Da kann Ulrike Kaufmann-Obst (49) nur den Kopf schütteln. Die zweite große Liebe ihres Mannes ist nämlich ein alter Ford Thunderbird. Seit zehn Jahren ist er treuer Begleiter von Michael Kaufmann (42). Im Sommer steht er vorm Häuschen in Langenfeld und glänzt in der Sonne. „Am Anfang haben die Nachbarn schon geguckt und gestaunt“, sagt Kaufmann stolz. „Jetzt ist das eher normal geworden.“

Im Winter muss der Thunderbird in eine angemietete Garage nach Düsseldorf. „Das ist ja noch so eine Sache, das Ding passt ja in keine Garage“, sagt Ulrike Kaufmann-Obst. Oldtimer-Fan ist die 49-Jährige auch, „aber ich würde mir eher so was ganz Altes kaufen, wenn ich das Geld hätte.“

Der Thunderbird ist Baujahr 1966, 8 Zylinder-Motor, 2200 Kilogramm Gewicht, blaue Kunstledersitze. Nur knapp 70 000 wurden überhaupt produziert. Kaufmann hatte sich sofort verliebt. „Ich fand so amerikanische Autos schon immer gut“, sagt er. „Im Dänemark-Urlaub habe ich dann genau so einen Thunderbird gesehen und dachte, den musst du haben. Als ich dann genug Geld gespart hatte, habe ich mir den gekauft.“

10 000 Euro für einen amerikanischen Klassiker

Es war die Belohnung für eine jahrelange Doppelbelastung durch Job und Abendschule. „Da hatte ich sowieso keine Zeit Geld auszugeben und habe mir dann für 10 000 Euro den Oldtimer gegönnt.“ Um Informationen und Kontakte zu sammeln war Kaufmann schon vorher dem Langenfelder Oldtimer-Club (Oldtimer Freunde Langenfeld) beigetreten. Hier bekam er auch Tipps, wo er am Besten nach einem Thunderbird Ausschau halten konnte.

Großer Fan von Kaufmanns Thunderbird ist der zwölfjährige Sohn seiner Frau Ulrike. Ganz im Gegensatz zu seiner Mutter würde er „am liebsten nur mit dem Oldtimer fahren“, sagt Kaufmann. Doch zu oft sind Ausflüge mit der 6,4 Liter-Maschine nicht drin. „Der schluckt natürlich Unmengen von Benzin.“

Zu lange stehen dürfe das alte Auto aber auch nicht, sagt Kaufmann: „Einmal in der Woche versuche ich schon damit zu fahren, wenn er hier in Langenfeld steht. Im Winter fahren wir nur einmal im Monat.“ Außerdem nehmen die Kaufmanns ab und zu an einer Oldtimer-Rallye teil.

Fahrgefühl? – „Schwammig!“, sagt die Ehefrau

Wenn Ulrike Kaufmann-Obst den Thunderbird fährt, verlässt sie sich auf ihr Gefühl. Das Fahregfühl in so einem großen Wagen? „Schwammig! Man sieht nichts, fahren kann ich damit, aber einparken lasse ich lieber.“ Und Kaufmann erklärt: „Diese Autos sind eben für breite, amerikanische Straßen gebaut.“

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