Zurzeit liegen nur Leitungen aus Kupfer. Firmen zahlen tausende Euro für Privatleitungen. Entsprechende Anträge für einen Leitungsbau seien bereits bei der Stadtverwaltung eingegangen.

Glasfaser
Die Stadt baut zurzeit ein eigenes Glasfasernetz. Daran werden allerdings nur städtische Gebäude angeschlossen.

Die Stadt baut zurzeit ein eigenes Glasfasernetz. Daran werden allerdings nur städtische Gebäude angeschlossen.

Anna Schwartz

Die Stadt baut zurzeit ein eigenes Glasfasernetz. Daran werden allerdings nur städtische Gebäude angeschlossen.

Langenfeld. Mehrere tausend Euro monatlich lassen sich manche Unternehmen in Langenfeld ihre schnelle Internetverbindung kosten. Und das in Zeiten, in denen es einen DSL-Anschluss schon für 30 Euro gibt. „Die Lage in Langenfeld ist katastrophal“, sagt Gerhard Witte, Vorsitzender des Langenfelder Industrievereins, dem 110 Unternehmen angehören. Immer wieder sei das überlastete Kupfernetz der Telekom Thema unter den Mitgliedern.

Schmees hat eine eigene Leitung gekauft, die kein anderer nutzt

Witte kennt das Problem aus eigener Erfahrung: Sein Unternehmen, das Belege für Versicherungen und Leasingfirmen bearbeitet, ist auf eine stabile Datenleitung angewiesen. „Weil die öffentlichen Leitungen viel zu langsam sind, leisten wir uns eine Funkverbindung zu einem Provider in Hilden. Das kostet uns zwischen 5000 und 7000 Euro im Monat.“ Witte sagt: „Für Unternehmen wird das Internet langsam zur Standortfrage.“

Die Edelstahlgießerei Schmees hat beim Mobilfunkanbieter Arcor eine eigene Leitung gekauft. „Das kostet uns 500 Euro monatlich, dafür haben wir eine Leitung, die nur wir allein nutzen“, erklärt Klaus-Peter Paashaus, EDV-Leiter bei Schmees.

Der Elektromeister vergleicht die Internetleitungen mit einer hoffnungslos überfüllten Straße, auf der ständig Stau herrscht. Das bekommen auch Privatleute zu spüren, die für 6-Megabit-Leitungen zahlen, de facto aber schon Probleme haben, Videos zu laden.

Eine Lösung könnte ein modernes Glasfasernetz sein, das deutlich mehr und schneller Daten übertragen kann als Kupfer. Genau so eine Leitung verlegt gerade die Stadtverwaltung, die damit sämtliche städtische Gebäude miteinander verbinden möchte.

Net Cologne wollte erst bei der Stadt einsteigen und baut jetzt selbst

Die Stadt baut zurzeit ein 13 Kilometer langes Glasfasernetz. Daran werden allerdings ausschließlich städtische Gebäude angeschlossen, die dadurch unter anderem zentral aktualisiert werden können. Das Netz kostet zwei Millionen Euro und soll Mitte des Jahres in Betrieb gehen. Zuletzt wurde an der Hitdorfer Straße gebaut. Aktuell ruhen die Arbeiten wetterbedingt.

Sie gelten als die Datenträger der Zukunft und können mehr Daten übertragen als Kupferleitungen und Funk.
 

Immer wieder hatte es Hinweise gegeben, dass der Mobilfunkanbieter Net Cologne mit einsteigt und ebenfalls Leitungen in der städtischen Baugrube verlegen lässt, die dann von jedem genutzt werden könnten.

Nach Redaktionsinformationen hatte der Mobilfunkanbieter sogar an der Ausschreibung teilgenommen und wollte den Auftrag komplett übernehmen. Er unterlag aber und wurde sich mit dem Ausschreibungsgewinner nicht einig.

Nun hat sich Net Cologne eine eigene Lösung überlegt. „Es gibt Pläne für einen Glasfaserausbau in Langenfeld“, sagt Unternehmenssprecherin Judith Schmitz. Wolfgang Honskamp, Leiter des städtischen Tiefbauamtes, weiß mehr: „Die Trasse soll über Reusrath durch Langenfeld gehen.“

Entsprechende Anträge für einen Leitungsbau seien bereits bei der Stadtverwaltung eingegangen. Laut Honskamp werden die Leitungen entlang von Ackerfurchen verlegt, so dass weniger tief und preisgünstiger gegraben werden könne. Straßen sollen nicht geöffnet werden.

Wie die Trasse, die insgesamt von Köln nach Düsseldorf führen soll, im Stadtgebiet verläuft, soll nach Informationen unserer Redaktion noch in diesem Monat bekannt gegeben werden.

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