Türkische Folklore und Beiträge von Kirchen und Stadt Monheim rahmen Baubeginn ein.

Türkische Folklore und Beiträge von Kirchen und Stadt Monheim rahmen Baubeginn ein.
Tänzer demonstrierten beim Fest zu Beginn des Moscheebaus die Verbindung von osmanischer Kultur und Islam.

Tänzer demonstrierten beim Fest zu Beginn des Moscheebaus die Verbindung von osmanischer Kultur und Islam.

Ralph Matzerath

Tänzer demonstrierten beim Fest zu Beginn des Moscheebaus die Verbindung von osmanischer Kultur und Islam.

Monheim. Der Bau der neuen türkischen Moschee in Monheim hat begonnen. Am Samstag wurde der symbolische erste Spatenstich auf dem ehemaligen Freibadgelände an der Köpenicker/Ecke Kurt-Schumacher-Straße vollzogen. Etwa 500 überwiegend muslimische Monheimer sowie Gäste feierten den Baubeginn mit einem dreistündigen Programm auf einer benachbarten Wiese. Vier Jahre Bauzeit hat die Monheimer Gemeinde der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) angesetzt für die Errichtung der Moschee, die von zwei bis zu 25 Meter hohen Minaretten gekrönt werden und bis zu 500 Gläubige fassen soll. Sie löst die bisherige Osman-Ghazi-Moschee an der Niederstraße ab, ein bescheidener „Hinterhofbau“, der 1989 als Gotteshaus eingerichtet wurde.

Baukosten von 3,5 Millionen werden von Spenden gezahlt

Die veranschlagten Baukosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro will die Gemeinde nach eigenen Angaben hauptsächlich durch Spenden zusammenbekommen. Das 4300 Quadratmeter große Baugrundstück – Wert: rund 430 000 Euro – hat die Stadt Monheim dem Moscheeverein gratis überlassen. Darüber – wie auch über eine ähnliche Grundstücksschenkung an den marokkanischen Moscheeverein – wurde seit Bekanntgabe des Projekts durch Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) vor knapp zwei Jahren erbittert gestritten. Anders als bei Ratssitzungen und Bürgerversammlungen blieben aufsehenerregende Proteste beim Spatenstich am Samstag aber aus. Neben Zimmermann und dem stellvertretenden Landrat Ernst Buddenberg (CDU) war auch der Bürgermeister von Monheims Istanbuler Partnerstadt Atasehir, Ilhami Yilmaz, beim Baubeginn dabei, ebenso die türkische Generalkonsulin Sule Gürel aus Düsseldorf. In Grußworten betonten alle Offiziellen, wie wichtig die Integration der türkischstämmigen Bevölkerung für Monheim sei, wozu auch eine weltoffene islamische Gemeinde beitrage. „Wir haben auch Vertreter von CDU, SPD und FDP eingeladen, doch außer den Grünen ist keiner gekommen“, sagte der Dialogbeauftragter der Ditib-Gemeinde, Mohamed Adib. Die Ratsopposition lehnt die Gratis-Überlassung der Grundstücke an die Moscheevereine ab. Dagegen gratulierten Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche der Ditib-Gemeinde zum Baustart.

„Wer für Religionsfreiheit eintritt, muss auch dafür sein, dass die jeweiligen Religionsgemeinschaften entsprechende Räumlichkeiten bauen dürfen, in denen sie ihren Glauben ausüben können“, sagte etwa Bernd Wehner vom Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ in seinem Grußwort. Der Katholik erinnerte an Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam wie Gottesbild oder Nächstenliebe, mahnte aber auch den „Nachholbedarf“ beim Thema Religionsfreiheit in der Türkei an. Mit Blick auf die Grundstücksschenkung durch die Stadt Monheim sagte Wehner: Darüber könne man streiten, aber: „Man muss auch jönne könne“. Die Fundamentarbeiten für die Moschee sind laut Adib für die „nächsten acht Wochen“ vorgesehen. „Eigentlich haben wir mit zweieinhalb Jahren gerechnet, sagte der zweite Dialogbeauftragte Erdogan Akpolat: „Aber wir müssen schauen, wie lange wir brauchen, um das Geld zusammenzubekommen.“

Über ein Drittel der Baukosten habe die Gemeinde schon gesammelt. Die Moschee solle genügend Platz bieten auch für Jugendarbeit, Nachhilfe und Integrationsarbeit, sagte Gemeindevorsteher Ramazan Akcora.

Er spricht von einem „Ort der Begegnung für alle Monheimer“, etwa am Tag der Vereine oder auch, wie bislang üblich, zum Tag der offenen Tür am Tag der Deutschen Einheit. Das, betonte auch Bürgermeister Zimmermann, sei wichtig, um Vorurteile gegenüber dem Islam und den Muslimen abzubauen. „Ich wünsche mir, dass Sie die Offenheit in ihrer Gemeinde beibehalten“, sagte Zimmermann in Richtung der Ditib-Vertreter.

„Dieser Bau hat das große Potential, ein sehr gutes Zuhause für die muslimische Gemeinde in Monheim zu werden, aber auch das Wahrzeichen einer ganzen Stadt“, so seine Worte.

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