Die Stadt muss ihre Planungen erneut anpassen. Die Peter-Ustinov-Schule wird siebenzügig.

Monheim. Monheim zählt immer mehr neugeborene Kinder. 427 waren es im vorigen Jahr. Zum Vergleich: 2015 kamen 346 Monheimer auf die Welt, und auch in den Vorjahren waren es weniger als 2016. Der Trend setzt sich weiter fort. Denn ob am Waldbeerenberg und im Sophie-Scholl-Quartier in Baumberg, auf dem Menkgelände an der Opladener Straße oder Unter den Linden im Stadtsüden – an vielen Stellen entstehen neue Häuser und Wohnungen für Familien, oder sie sind in Planung. Darauf müssen sich auch die Schulen einstellen.

„Es war richtig, an der Sekundarschule und am geplanten Schulzentrum Krischerstraße einen weiteren Zug unverbindlich einzuplanen.“

Peter Heimann, Fachbereichsleiter

Die Zuwächse kommen schneller als gedacht, weiß der zuständige Fachbereichsleiter Peter Heimann. Deshalb wünscht sich die Stadtverwaltung, dass die Politiker die Schulentwicklungsplanung vom Frühjahr 2015 im nächsten Fachausschuss am heutigen Mittwoch diesem Trend anpassen und teilweise die Zügigkeit der Schulen aufstocken. So soll die Peter-Ustinov-Gesamtschule beispielsweise bald sieben Züge, die Armin-Maiwald-Grundschule vier Züge bekommen. Der Rat muss diese Veränderung beschließen. Schulen und Schulaufsicht haben dabei ein Mitspracherecht.

Detlev Garbe vom Planungsbüro Garbe & Lexis wird den Politikern in der heutigen Sitzung die aktuellen Zahlen und neue Erkenntnisse vorstellen. Er hatte bereits 2015 empfohlen, die Schülerzahlen sehr genau im Blick zu halten, weil er von einer dynamischen Entwicklung ausging. So sei es richtig gewesen, an der Sekundarschule und am geplanten Schulzentrum Krischerstraße jeweils einen weiteren Zug verbindlich einzuplanen, merkt Peter Heimann an.

1688 neue Wohnungen in Monheim bis 2027

Folgende Gründe sind es, die laut Detlev Garbe Monheim immer kinderreicher machen: mehr Neugeborene, Zuzüge und neue Wohneinheiten. Das zeige sich zuerst bei den i-Dötzchen.

Würden nach den aktuellen Zahlen nach den Sommerferien 389 Kinder eingeschult, seien es in fünf Jahren (2022/23) mit 450 Erstklässlern bereits deutlich mehr. Erst zu diesem Zeitpunkt wirke sich die steigende Geburtenrate aus. Der Zuwachs durch neue Wohnungen sei bei den Einschulungsjahrgängen bis 2023 hingegen noch überschaubar.

Bis 2027 sind in Monheim 1688 neue Wohnungen fertig. Die größten Komplexe entstehen bereits 2019/20 am Waldbeerenberg in Baumberg-Ost (150 Einheiten), im Sophie-Scholl-Quartier ebenfalls mit 150 Wohnungen (auch 2019 fertig), Unter den Linden mit 200 Wohnungen (ebenfalls 2019 fertig). 300 Wohnungen (Hasholzer-Grund) können 2023 bezogen werden. Das Bauprojekt Pfingster Feld (400 Einheiten) wird 2027 abgeschlossen sein.

Für Baumberg rechnet Detlev Garbe an den Grundschulen mit einem Bedarf von sechs Zügen, davon zwei an der Winrich-von-Kniprode-Schule und vier an der Armin-Maiwald-Schule. Die dreizügige Schule am Lerchenweg könne aus Platzgründen keinen vierten Zug einrichten, deshalb empfiehlt der Planer, entweder die Astrid-Lindgren- oder die Lottenschule formal um einen Zug zu erweitern. Bei den weiterführenden Schulen müsse sich nicht nur die Gesamtschule auf mehr Kinder einstellen.

Garbe rät für die Sekundarschule am Berliner Ring zur Fünf-Zügigkeit. Für das Otto-Hahn-Gymnasium empfiehlt er tendenziell sogar sechs Züge, in der Oberstufe seien elf Kurse ratsam.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer