Die Stadt Monheim kann vorerst nicht helfen, denn die Schädlingsbekämpfung im Kreis wird neu organisiert.

Die Stadt Monheim kann vorerst nicht helfen, denn die Schädlingsbekämpfung im Kreis wird neu organisiert.
Bärbel Ochs zeigt auf die Stelle an ihrem Haus, wo sie eine der Ratten entdeckte.

Bärbel Ochs zeigt auf die Stelle an ihrem Haus, wo sie eine der Ratten entdeckte.

Ralph Matzerath

Bärbel Ochs zeigt auf die Stelle an ihrem Haus, wo sie eine der Ratten entdeckte.

Monheim. Was Bärbel Ochs beschreibt, ist für viele ein Stoff, aus dem Alpträume gemacht werden: „Als ich in der ersten Etage am Computer saß, guckte eine Ratte zum Fenster hinein“, erzählt die Monheimerin. Und das war erst der Anfang: Ob über der Terrassentür, im Vogelhäuschen der Nachbarin oder einfach am Boden im Garten – die ungeliebten Nagetiere sorgen im Wohngebiet am Monheimer Baggersee Nord-Ost seit über zwei Wochen für Verstimmung. „Man traut sich gar nicht mehr richtig in den Garten“, sagt Ochs, „und wenn man schon tagsüber so viele Ratten findet, will ich nicht wissen, was nachts los ist.“

Unbekannt ist den Anwohnern der Hindemith- und Brahmsstraße das Problem nicht: „Das haben wir in den 30 Jahren, die wir nun hier wohnen, schon zweimal erlebt“, berichtet Ochs. Damals sei stets sofort oder spätestens am nächsten Tag ein Schädlingsbekämpfer gekommen und habe Gift ausgelegt – ebenso wie auf einem städtischen Grundstück in Nähe eines Spielplatzes: „Das konnte man immer an den Warnschildern erkennen“, berichtet Ochs. Seit einiger Zeit sei jedoch nichts mehr passiert. Auch ihre Kontaktaufnahme mit der Stadt sei nicht wie erwartet verlaufen: „Von dort hieß es zunächst nur, man werde sich in absehbarer Zeit kümmern.“ Diese Zusage war ihr nicht genug: „Das Problem ist hier jetzt schon sehr extrem.“ Auch mehrere Nachbarn hätten sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung gesetzt.

Am Gründonnerstag, rund eine Woche nach Ochs‘ Anfrage, kam schließlich eine Schädlingsbekämpferin, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie kontrollierte unter anderem die Gullys, aus denen die Plagegeister immer wieder herausklettern. „In aller Regel“, betont Christiane Schärfke, Leiterin des Stadtdienstes Ordnung und Soziales, „reagieren wir nach wie vor sofort auf Meldungen aus der Bevölkerung.“ Zugleich kann sie aber auch auf eine Phase des Übergangs verweisen: Der Kampf gegen Ratten wird im Kreis Mettmann gerade städteübergreifend organisiert. Das war auch in der Vergangenheit schon so.

Anwohner helfen sich vorerst selbst

Doch zum Jahreswechsel trat eine neue öffentlich-rechtliche Vereinbarung in Kraft. Eine besondere Bedeutung kommt darin der systematischen Prävention zu: Teams professioneller Schädlingsbekämpfer kümmerten sich regelmäßig darum, das Kanalnetz mit Ködern zu bestücken, erklärt Schärfke.

Die Grundbelegung mit Ködern erfolgt laut Verwaltung an 24 000 Kanalschächten – an jedem zweiten Misch- und Schmutzwasserkanal im Kreis. Zudem werde an öffentlichen Flächen in Nähe von Kanälen immer wieder geprüft, ob es einen Befall mit Ratten gibt. Begonnen hatte das von der Stadt beauftragte Fachunternehmen mit der Auslegung von Ködern am 10. April in Hilden. Derzeit laufen die Arbeiten in Heiligenhaus. Wann die Schädlingsbekämpfer auf ihrer Tour durch den Kreis in Monheim angelangt sind, ist noch unklar. „Es gibt noch keinen Termin“, gibt Schärfke zu, bekräftigt aber: „Bis Ende Mai sollen alle Städte des Kreises belegt sein.“

Bis es soweit ist, behilft sich Bärbel Ochs selbst – mit abschließbaren Köderboxen, die sie im Garten aufstellt.

„Man muss immer auf die Laufstrecken der Ratten gucken“, sagt die Monheimerin. Und tatsächlich kann sie von kleinen Fortschritten berichten: „Es ist schon etwas weniger geworden.“

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