Die Seniorenunion wirft der Mehrheitspartei Peto Jugendwahn vor. Diese lehnte auch ein Amt für Seniorenbelange ab. Walter Klomp (CDU) hält die Entscheidung für „befremdlich“.

Tanztees sollen Senioren fit halten und dienen dem sozialen Austausch.  Archiv: Endermann
Tanztees sollen Senioren fit halten und dienen dem sozialen Austausch. Archiv: Endermann

Tanztees sollen Senioren fit halten und dienen dem sozialen Austausch. Archiv: Endermann

Tanztees sollen Senioren fit halten und dienen dem sozialen Austausch. Archiv: Endermann

Monheim. Der Ausschuss für Generationen und Soziales, in dem einst der Seniorenbeirat aufgegangen ist, war am Dienstagabend wieder Schauplatz eines Generationenkonfliktes: Der Streit entzündete sich an zwei Anträgen der Seniorenunion. Deren Vertreter hatten zunächst beantragt, einen regelmäßigen Seniorentanztee einzurichten – angelehnt an eine Veranstaltung, die früher der Seniorenbeirat organisiert hatte. „Damit könnte man mit geringem Aufwand ältere Menschen glücklich machen“, so Walter Klomp.

„Die Stadt kann keine personellen Ressourcen für die Organisation von Tanztees abstellen.“

Daniel Zimmermann, Bürgermeister

Es könne nicht Aufgabe der Verwaltung sein, rein der Bespaßung dienende Veranstaltungen auszurichten, widersprach Laura Töpfer (Peto). Außerdem gebe es unzählige von Marke Monheim, Awo, Treffpunkt Resi und Kirchen organisierte Veranstaltungen, die sich (auch) an diese Klientel richteten. Stephanie Rohm (SPD), die in der Awo-Begegnungsstätte in Baumberg arbeitet, befürwortete die Idee: Tanztees förderten die Geselligkeit und körperliche Fitness.

Klomp warf Töpfer einen „sehr auf die junge Generation fokussierten Blick“ vor. Peter Werner (CDU) glaubte den Peto-Mitgliedern gar nachweisen zu können, dass sie „mit auffallender Vehemenz“ jegliche Anträge zu Seniorenfragen ablehnten. Dies rief Bürgermeister Daniel Zimmermann auf den Plan, der klarstellte, dass die Stadt keine personellen Ressourcen für die Organisation von Tanztees abstellen könne. Denkbar sei lediglich, Ehrenamtler, die das in die Hand nähmen, mit einem Budget auszustatten. Dass ein solch banaler Antrag eine solche Grundsatzdiskussion auslösen könne, fand auch Werner Bischoff (Leiter des Awo-Ortsverein) merkwürdig. Die Peto-Vertreter verwiesen schließlich das Thema Tanztee zurück an die Seniorenunion.

Walter Klomp legte ungerührt den Antrag nach, ein Amt für Seniorenfragen einzurichten. Abgelehnt. Er habe zwar mit der Ablehnung gerechnet, finde die Argumentation der Stadtverwaltung, ein solches Amt greife in die Organisationskompetenz des Bürgermeisters ein, „befremdlich“: Dieser müsse sich nämlich fragen lassen, warum es so etwas angesichts des viel diskutierten, demografischen Wandels noch nicht gebe?

Das Problem sei kein Mangel an Hilfestellungen, sondern die verbreitete Unwissenheit der Klientel, die dies angehe, ergänzte Stephanie Rohm. Viele Senioren kennten nicht einmal den Sozialen Dienst der Stadt. Hier sei mehr Öffentlichkeitsarbeit nötig.

Ein erster Schritt wäre, am Eingang des Rathauses unter dem Oberthema Senioren-Angelegenheiten alle Serviceleistungen und Ansprechpartner aufzulisten. Ingo Elsner (Peto) wies auf die Umbauarbeiten hin. Ein neues Amt würde keinerlei Mehrwert bringen. Werner Bischoff (Awo) erinnerte daran, dass im Rahmen des Inklusionskonzeptes die Idee für einen Seniorenleitfaden entwickelt worden ist. „Da ist aber bislang nichts passiert.“ Der Antrag der Seniorenunion wurde mehrheitlich abgelehnt.

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