Zum neuen Schuljahr werden zudem die Konzepte der Schulen zusammengeführt.

Monheim
Quirin Huber (Ustinov-Schule) und Claudia Dombois (OHG und Sekundarschule) arbeiten als Schulpsychologen in Monheim.

Quirin Huber (Ustinov-Schule) und Claudia Dombois (OHG und Sekundarschule) arbeiten als Schulpsychologen in Monheim.

Ralph Matzerath

Quirin Huber (Ustinov-Schule) und Claudia Dombois (OHG und Sekundarschule) arbeiten als Schulpsychologen in Monheim.

Schulsozialarbeit erhält in Monheim einen höheren Stellenwert: Ab 1. August soll jeder Grundschule hierfür mindestens eine halbe Stelle zur Verfügung stehen. Das Otto-Hahn-Gymnasium erhält zusätzlich zur halben Stelle Schulpsychologie einen Sozialarbeiter in Vollzeit. Die Stadt schafft somit drei Stellen, um bis Mitte 2015 ihr „Gesamtkonzept zur Entwicklungsförderung junger Menschen“ umsetzen zu können. Inhaltlich zielt dieses darauf ab, Jugendhilfe und Schule systematisch zu vernetzen.

Die Aufgaben reichen von Streitschlichtung bis Elternarbeit

Dieser Stellenausbau – bereits 2014 wurden die 3,4 Stellen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket verstetigt – fußt auf einer Abfrage der Stadt vom Februar 2014. Darin meldeten alle Monheimer Schulen deutlich ihren Bedarf an zusätzlicher unterstützender Schulsozialarbeit und -psychologie an. Unterstützung benötigen die Schulen danach vor allem bei sozialpädagogischen und präventiven Gruppenangeboten, wie Streitschlichtung und Sozialtraining, bei der Elternarbeit (Elterncafés), bei der Gestaltung der Übergänge von der Grund- zur weiterführenden Schule, bei der Vernetzung mit außerschulischen Institutionen und bei der sozialpädagogischen Begleitung von Kindern.

„Gerade im Umgang mit besonders schwierigen Kindern gibt es gewisse Abgrenzungsprobleme zwischen den beiden Berufsbildern“, erklärt Claudia Dombois, Schulpsychologin am Otto-Hahn-Gymnasium. Deshalb müsse genau festgelegt werden, wer was macht. Anlass für eine schulpsychologische Beratung können Prüfungsangst, Lern- und Konzentrationsprobleme, Konflikte mit einzelnen Mitschülern und persönliche Krisen sein. Therapien bietet die Psychologin nicht, aber sie kann gezielt an Fachleute verweisen.

Dombois räumt indes ein, dass es auch bei Schülern „eine gewisse Hemmschwelle gibt, einen Psychologen aufzusuchen“. Ferner interveniert sie bei Konflikten innerhalb der Klasse, macht Erhebungen zum Klassenklima – das sei insbesondere in inklusiven Klassen wichtig, die eine gewisse Offenheit und Toleranz auf Seiten der Kinder ohne Förderbedarf erforderten. Außerdem berät sie das Kollegium bei der Teamarbeit und bereitet Elternabende mit vor, bei denen es etwa um den „Umgang mit dem Handy“ geht. Momentan sind alle Schulen aufgefordert, ein spezifisches Konzept der Schulsozialarbeit/-psychologie zu entwickeln. „Darin soll niedergelegt werden, wer in welchem Fall anzusprechen ist, welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt ergriffen werden müssen.“

Etwa bis Mitte des Jahres werde daraus ein kommunales Gesamtkonzept erarbeitet, erklärt Günther Pfeil, Leiter der Abteilung „Außerschulische Bildung und Sozialarbeit“. Der daraus resultierende Stellenausbau kostet jährlich 190 500 Euro. Die Sozialarbeit trägt erheblich dazu bei, die Klassenleitungen zu entlasten, so dass diese sich mehr ihrer eigentlichen Aufgabe, widmen können, heißt es dazu am OHG: dem Vermitteln von Unterrichtsstoff.

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