Die Interessengemeinschaft Haus Bürgel hofft auf zusätzlichen Raum und Präsentation des Fundes.

Monheim
Manfred Klein hofft, dass der bei Grabungsarbeiten im Fundament der einstigen Maternus-Kapelle entdeckte Matronenstein bald im Museum gezeigt werden kann.

Manfred Klein hofft, dass der bei Grabungsarbeiten im Fundament der einstigen Maternus-Kapelle entdeckte Matronenstein bald im Museum gezeigt werden kann.

Interessengemeinschaft

Manfred Klein hofft, dass der bei Grabungsarbeiten im Fundament der einstigen Maternus-Kapelle entdeckte Matronenstein bald im Museum gezeigt werden kann.

Das Museum im ehemaligen Römerkastell Haus Bürgel soll erweitert werden. Nach Angaben von Manfred Klein, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Urdenbacher Kämpe-Haus Bürgel, wäre dies auf dem landwirtschaftlichen Hof in einem etwa 100 Quadratmeter großen Raum oberhalb des Pferdestalls möglich. „Wir haben den Wunsch schon mit der Stadt besprochen.“ Haus Bürgel gehört der NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege und wird von der IG verwaltet. Klein geht davon aus, dass in die Vergrößerung des 2003 eröffneten Archäologischen Museums rund 100 000 Euro investiert werden müssten.

Sofern die NRW-Stiftung den zusätzlichen Ausstellungsraum ermöglicht, wäre nach Kleins Angaben darin Platz für die Präsentation eines spektakulären Fundes aus dem vergangenen Jahr. Als im Sommer das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Innenhof die Fundamente der vor etwa 100 Jahren abgerissenen Maternus-Kapelle zu Dokumentationszwecken vorübergehend ausgraben ließ, da stießen sie auf einen sogenannten Matronenstein aus der Römerzeit.

Weihestein ist allemal ein interessantes Schaustück

„Die LVR-Experten haben ihn zur wissenschaftlichen Untersuchung mitgenommen“, sagt IG-Geschäftsführer Bruno Benzrath. „Wir wünschen uns natürlich, dass er danach bei uns im Römischen Museum zu sehen sein wird.“ Ein interessantes Schaustück ist der in Baumberg geborgene, 88 mal 48 mal 18 Zentimeter große Weihestein allemal. „Die Untersuchung ist jetzt abgeschlossen“, sagt Bodendenkmalpfleger Dr. Erich Claßen. Der Leiter der zuständigen LVR-Außenstelle Overath hatte hierzu den als Spezialist für Inschriften auf Weihesteinen geltenden Archäologen Dr. Gerhard Bauchheuß zu Rate gezogen.

Der Matronenstein stamme vermutlich aus dem 2. oder 3. Jahrhundert, vielleicht sei er aber auch einige Jahrzehnte älter oder jünger. Wo er ursprünglich stand, lasse sich nicht sagen. „Solche geformten Steine wurden als hervorragendes Baumaterial im Laufe der Jahrhunderte gerne wiederverwertet.“ Bevor er als Eckverstärkung ins Fundament der erstmals 1147 erwähnten Maternus-Kapelle eingebaut wurde, sei der Matronenstein wohl noch zu einem anderen Zweck irgendwo eingebaut gewesen, darauf deute eine quadratische Vertiefung hin. Alle ursprünglich vorragenden Teile des Steines seien abgeschlagen worden, um ihn vor dem neuen Verwendungszweck zu glätten, doch die Originalinschrift aus der Römerzeit sei noch gut lesbar. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeute sie: „Den Matronae Alagabiae hat Gaius Saturninius Maternus für sich und die Seinen sein Gelübde gerne und nach Gebühr erfüllt.“

Die Namensgleichheit des erwähnten Stifters aus der Römerzeit mit der viele Jahrhunderte später errichteten Maternus-Kapelle werten die Wissenschaftler als Zufall. Auch Füllhörner, eine Kugel und ein Rad sind auf dem Matronenstein zu erkennen, der zurzeit im Bonner Landesmuseum wohl bis Mitte März ausgestellt ist. Claßen hält es für gut möglich, dass der LVR ihn später als Leihgabe Haus Bürgel überlassen wird.

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