In Langenfeld betreibt das weltweit erfolgreiche Unternehmen für die Beschichtung von Oberflächen ein Versuchslabor.

Marktführer
Torben Saam beschichtet einen Außenspiegel für ein Auto. Der 18-Jährige ist Azubi bei Enthone.

Torben Saam beschichtet einen Außenspiegel für ein Auto. Der 18-Jährige ist Azubi bei Enthone.

Anna Schwartz

Torben Saam beschichtet einen Außenspiegel für ein Auto. Der 18-Jährige ist Azubi bei Enthone.

Langenfeld. Louis Vuitton schwört auf Enthone. Auf die Handtaschenschnallen der italienischen Luxusmarke kommt keine andere Beschichtung als die des weltweit erfolgreichen Beschichtungsentwicklers. Eines der Versuchslabore steht in Langenfeld. Mitten im Gewerbegebiet tauchen die Oberflächenbeschichter, sogenannte Galvaniseure, lange Drähte mit Metall- oder Kunststoffteilen in brodelnde Becken mit sauer riechenden Lösungen.

„Wenn man sich für Chemie interessiert, ist das hier ein Schlaraffenland.“

Michael Bendig, Leiter der Versuchsgalvanik

„Erst kommt ein Entfettungsbad bei 60 Grad Celsius, dann wird gespült, noch mal entfettet und gespült. Mit Säure rauen wir das Material an und dann kommt eine Kupfer-, Nickel- und Chromschicht drauf“, erklärt der Auszubildende Torben Saam. Die Beschichtung dient als Verschleißschutz.

Enthone stellt hauptsächlich Automobilteile her. „Wir machen alles was glänzt. Und im iPhone sind wir auch drin“, sagt Ausbildungsleiter Christian Säuberlich. Ob glänzender Schmuck, schimmernde Badarmaturen, strahlende Stoßstangen oder matte Motorenteile – in der Versuchsgalvanik werden die unterschiedlichsten Musterteile beschichtet. Hersteller können die Produkte testen und die chemischen Rezepturen zur Beschichtung ihrer eigenen Produkte kaufen. „Wir sind weltweit vertreten. Das ist gut für Unternehmen, die in China produzieren, aber trotzdem unsere Chemie verwenden möchten“, sagt Säuberlich.

Mitarbeiter schätzen Abwechslung bei der täglichen Arbeit

In Deutschland arbeiten etwa 240 Mitarbeiter im Außendienst, als Techniker, in der Verwaltung oder wie Torben im Versuchslabor. Seit August steht der 18-Jährige regelmäßig hinter den Becken. „Das ist total abwechslungsreich. Man hat immer ein anderes Werkstück und kann nie das gleiche Gestell benutzen. Dann muss man überlegen, wie man das am besten beschichten kann“, erzählt der Auszubildende. Auch Michael Bendig schätzt die Abwechslung: „Man macht immer was anderes. An einem Tag verzinkst du Schrauben, am anderen verchromst du Autoteile. Wenn man sich für Chemie interessiert, ist das hier ein Schlaraffenland“, sagt der Leiter der Versuchsgalvanik.

In Europa ist Enthone in 13 Ländern vertreten. Der Hauptsitz ist in West-Haven im US-Bundesstaat Connecticut.

Die Ausbildung zum  Oberflächenbeschichter findet in der Versuchsgalvanik in Langenfeld statt, die theoretische Ausbildung im Berufskolleg in Solingen. Voraussetzungen sind ein qualifizierender Hauptschulabschluss oder Fachoberschulreife, Interesse an Technik und gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern Physik, Chemie und Mathematik sowie eine exakte und sorgfältige Arbeitsweise. Bewerbungen an:
HRenthoneDE@cooksonelectronics.com

Der 24-Jährige war Auszubildender bei Enthone, hat eine weiterführende Schule besucht und ist wieder zurückgekommen, um seine frühere Abteilung zu übernehmen. Ob Torben nach der dreijährigen Ausbildung Meister wird, eine Weiterbildung zum Techniker macht, in den Kundendienst oder als Facharbeiter in ein großes Werk geht, weiß er noch nicht genau.

„Als Oberflächenbeschichter kann man viel erreichen. Galvaniseure sind gesucht und wenn man lokal nicht gebunden ist, gibt es auch sehr gute Möglichkeiten im Ausland“, sagt Säuberlich. Weil der Beruf eher unbekannt ist, sei es allerdings schwierig neue Auszubildende zu finden. Ab August sind noch zwei Ausbildungsplätze frei.

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