Die Behörde legte ihre Kriminalitätsstatistik vor. Schwere Gewalttaten nehmen aber zu.

Die Behörde legte ihre Kriminalitätsstatistik vor. Schwere Gewalttaten nehmen aber zu.
Die Zahl der Körperverletzungen erreichte 2016 einen neuen Rekordwert. Archiv

Die Zahl der Körperverletzungen erreichte 2016 einen neuen Rekordwert. Archiv

dpa

Die Zahl der Körperverletzungen erreichte 2016 einen neuen Rekordwert. Archiv

Langenfeld. Etwa alle zwei Stunden ereignet sich irgendwo in Langenfeld eine Straftat, die bei der Polizei angezeigt wird. Das geht aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik der Kreispolizei hervor, die Andreas Steffens jetzt den Stadtpolitikern im Ordnungsausschuss vorstellte. Erschreckend: Die 110 Fälle von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung sind der Höchststand in den letzten zehn Jahren, berichtete der stellvertretende Leiter des auch für Monheim zuständigen Kriminalkommissariats 23. In Langenfeld seien 2016 insgesamt 4159 Straftaten angezeigt worden. „Das sind 290 weniger als im Jahr zuvor“, so Steffens, und die Gesamtzahl liege auch unter dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote liege aktuell bei 48,6 Prozent.

Die Zahl erfolgreicher Einbrüche nimmt ab

Die Zahl von 110 gefährlichen oder schweren Körperverletzungen in Langenfeld übersteigt die des Vorjahrs um 19 Fälle. Insgesamt 46 Tatverdächtige seien ermittelt worden, so Steffens, elf von ihnen waren jünger als 21. „Schlimm ist, dass immer mehr Schläger auch dann nicht von ihrem Opfer ablassen, wenn es am Boden liegt.“ Insgesamt habe die Straßenkriminalität in Langenfeld aber gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Prozentpunkte auf 1219 abgenommen.

224 Wohnungseinbrüche wurden 2016 in Langenfeld angezeigt, 34 weniger als im Jahr zuvor. „Liegt dieser Rückgang an den vorbeugenden Aktionen und Informationsangeboten?“, fragte Rolf Kamp (CDU) in der Sitzung. Steffens bejahte die Frage. „Dass die Prävention Früchte trägt, zeigt sich an der gestiegenen Zahl von Einbruchsversuchen.“ In 47 Prozent aller Fälle (2015: 38 Prozent) seien Täter gestört, entdeckt oder durch Sicherheitstechnik gehindert worden.

„Wie bei den Wohnungseinbrüchen agieren oft Banden aus dem osteuropäischen Raum“, nannte Steffens lokal und überörtlich gesammelte Erkenntnisse zu Autodiebstählen, „besonders aus Litauen.“ Professionell bauten die Täter Autoteile aus, um sie später in anderen Fahrzeugen zu verwenden. Zunehmend ist die Zahl der Fahrraddiebstähle. 380 Räder wurden im vergangenen Jahr in Langenfeld gestohlen, 22 mehr als 2015.

„Oft sind die Täter Drogenabhängige, die schnell zu Geld kommen wollen“, sagte Steffens. Vor allem an den beiden S-Bahnhöfen häuften sich diese Delikte. Eine gezielte Überwachung sei aus personellen Gründen kaum möglich.

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