Der Bedarf steigt. Trotz mehrerer bereits gebauter und geplanter Groß-Kitas wird das Angebot in Zukunft nicht ausreichen. Der Kindergartenbedarfsplan wurde daher verändert.

1840 Mädchen und Jungen werden derzeit in Langenfeld in Kindergärten und in der Tagespflege betreut. Symbol
1840 Mädchen und Jungen werden derzeit in Langenfeld in Kindergärten und in der Tagespflege betreut. Symbol

1840 Mädchen und Jungen werden derzeit in Langenfeld in Kindergärten und in der Tagespflege betreut. Symbol

Ulrich Moenen informierte die Politiker. Archiv

dpa, Bild 1 von 2

1840 Mädchen und Jungen werden derzeit in Langenfeld in Kindergärten und in der Tagespflege betreut. Symbol

Langenfeld. Die Stadt muss weitere Kindergartenplätze schaffen – und zwar nicht wenige. Diese Nachricht ließ im Jugendhilfe-Ausschuss die Politiker schlucken. Schließlich ist erst vor drei Jahren am Möncherderweg eine für 4,6 Millionen Euro errichtete Groß-Kita mit sechs Gruppen eröffnet und für ein baugleiches Projekt an der Langforter Straße gerade Richtfest gefeiert worden. Und dann gibt es ja noch den Ratsbeschluss für eine dritte Groß-Kita im Neubaugebiet am Berghausener Blumentopf. „Aber der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder steigt in Langenfeld weiter“, machte Fachbereichsleiter Ulrich Moenen den Politikern klar, die im Ausschuss die Ausbaupläne dann einstimmig beschlossen.

Wie sieht die aktuelle Betreuungssituation aus?

Nach Moenens Angaben werden in den Langenfelder Kitas zurzeit 1840 Mädchen und Jungen betreut, von denen 358 jünger als drei Jahre (U3) sind. Um 160 weitere U3-Kinder kümmern sich bezahlte Tagesmütter oder -väter, 18 solcher Kleinkinder verweilen tagsüber in der privat-gewerblichen „Zwergenvilla“. Nur 2,4 Prozent (46 Plätze) der Kita-Plätze werden wöchentlich bis zu 25 Stunden belegt. Dagegen werden 47,5 Prozent (899 Plätze) der Kinder pro Woche bis zu 35 Stunden betreut und gar 50,1 Prozent (949 Plätze) bis zu 45 Stunden. „Bei dieser zunehmenden Verweildauer muss die Aufenthaltsqualität vieler älterer Kitas wohl neu bewertet werden, die darauf baulich nicht unbedingt ausgerichtet sind“, sagte Moenen.

Wie viel Geld hat der Ausbau der U3-Plätze bislang gekostet?

Seit 2009 wurden aus dem städtischen Haushalt laut Moenen knapp 13 Millionen Euro ausgegeben, weitere 4,6 Millionen Euro kamen in den vergangenen sieben Jahren als Landeszuschüsse hinzu. Mit diesen beiden Beträgen entstanden in Kitas und Tagespflege insgesamt 492 U3-Plätze.

Woran fehlt es?

Moenen geht davon aus, dass alle über Dreijährigen (Ü3) mit einem Betreuungsplatz versorgt sind, so es die Eltern wollen. Allerdings seien im Zuge des U3-Ausbaus in bestehenden Kitas Ü3-Plätze verringert worden, so dass in dem bis 2020/21 ausgerichteten Kindergartenbedarfsplan (KBP) gegengesteuert werden müsse. Bei Kleinkindern gehe der KBP von einer Betreuungsquote von 50 Prozent in fünf Jahren aus, heute liege diese bei 43,25 Prozent.

Warum steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen?

In Neubaugebiete ziehen viele Familien von außerhalb ein, auch Flüchtlingskinder besuchen zunehmend Kitas. Zudem zeigen Statistiken, dass die Zahl der Geburten wieder steigt.

Was wird gegen Engpässe unternommen?

Zum laufenden Kita-Jahr 2016/17 wurden zusätzliche Ü3-Plätze in der Awo-Kita Langforter Straße sowie in den städtischen Kitas Am Brückentor und am Götscher Weg geschaffen. Die neue Groß-Kita an der Langforter Straße wird 2017 eröffnet. Geplant sind zwei weitere Neubauten für ebenfalls je sechs Gruppen: im Berghausener Neubaugebiet an der Blumenstraße (2018) sowie an einem noch nicht festgelegten Standort (2020).

Was sagen die Politiker?

Sebastian Köpp (CDU) und Elke Horbach (SPD) wiesen auf die Investitionen der vergangenen Jahre hin, mit denen Langenfeld sich gut gewappnet hätte. Alle stimmten dem KBP zu.

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