Seit vergangenem Jahr häufen sich in der Langenfelder Innenstadt die Leerstände, wie jetzt im Obergeschoss des Marktkarrees. Die Centermanager machen sich Gedanken.

Langenfeld
Karsten Mazanneck ist Centermanager in der verwaisten Ecke des Marktkarrees.

Karsten Mazanneck ist Centermanager in der verwaisten Ecke des Marktkarrees.

Ralph Matzerath

Karsten Mazanneck ist Centermanager in der verwaisten Ecke des Marktkarrees.

Langenfeld. Heruntergelassene Rollläden, leere Schaufenster, eine verwaiste Cafétheke... – im Obergeschoss des mitten in der Fußgängerzone gelegenen Marktkarrees sieht es zurzeit ziemlich trist aus. Vor allem für Centermanager Karsten Mazanneck ist das kein schöner Anblick.

„Innerhalb eines Monats haben zwei Läden Insolvenz angemeldet und geschlossen.“ Vor einer Neuvermietung müssten Gespräche mit dem Insolvenzverwalter abgeschlossen werden. Und das ehemalige Café? „Das hat der Betreiber wegen des Rauchverbots geschlossen. Er hatte extra einen Raucherbereich eingerichtet, doch nach dem Verbot blieben angeblich 80 Prozent seiner Kunden fern.“

Leerstandsquote lag im Sommer bei 3,9

Damit hat sich in der neu gestalteten Langenfelder Stadtmitte der seit etwa anderthalb Jahren auffallende Leerstand weiter erhöht. Nach Angaben des städtischen Citymanagers Jan Christoph Zimmermann ist er indes geringer als vermutet – im Sommer habe die Leerstandsquote bei 3,9 gelegen. Wahrgenommen würden verwaiste Geschäfte dort, wo sie sich bündeln – wie eben jetzt in der ersten Etage des Marktkarrees.

Gerade für Traditionsunternehmen werde es immer schwieriger, dennoch sei die Situation im Vergleich zu anderen Städten in Langenfeld gut: „Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung, Kultur, Events und Wohnen – im Zentrum ist vieles gebündelt. Alle Säulen sorgen zusammen dafür, dass die Innenstadt belebt wird.“

Die Stadtverwaltung und der Marketingverbund bemühten sich gemeinsam darum, Erlebnisräume zu schaffen. Zu diesem Konzept gehöre die begonnene Einrichtung WLan-Sender für drahtlosen und gebührenfreien Internet-Empfang. Ansässige Händler könnten so ihre Absatzkanäle verbessern, indem sie den Online-Handel, aber auch Liefer- und andere Services mit einbeziehen.

Gleichwohl fallen immer neue Lücken auf. Zuletzt schlossen der beliebte Wohnaccessoire-Geschäft neben der Stadthalle und in der Schoppengasse der gerade erst eröffnete Frozen-Yoghurt-Laden. Auch die ehemaligen Küchenstudios am Marktplatz und an der Ecke Solinger-/Josefstraße haben noch keine neuen Nutzer.

Fluktuation ist wichtig

„Jede Stadt braucht in einem gewissen Umfang Fluktuation“, merkt Citymanager Zimmermann in Bezug auf vorübergehenden Leerstand an. Doch ein solcher kann sich in die Länge ziehen. So ist in dem 2011 aus dem vormaligen Karstadt-Kaufhaus entstandenen Ladenzentrum „Sass“ ein Geschäft noch nie vermietet worden. „Trotz vielfacher Gespräche haben wir bislang leider noch niemanden hierfür gefunden“, sagt Martin Plöger vom Sass-Eigentümer Reit AG. Trotz der Fußgängerzone vor der Tür sei die Lage dieses 136 Quadratmeter großen Ladenlokals an der schmalen Sass-Seite ungünstig. Dort geht kaum jemand entlang.

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