Müll, Lärm, Mofa-Rennen und ein zerstörter Pavillon – Anwohner fühlen sich von Jugendgruppen auf dem Reusrather Platz belästigt.

Ärger
Regelmäßig treffen sich Jugendliche auf dem Reusrather Platz, um zu trinken, sagen Anwohner.

Regelmäßig treffen sich Jugendliche auf dem Reusrather Platz, um zu trinken, sagen Anwohner.

Anna Schwartz

Regelmäßig treffen sich Jugendliche auf dem Reusrather Platz, um zu trinken, sagen Anwohner.

Langenfeld. Er sollte mehr Aufenthaltsqualität bieten, ein neues Aushängeschild für den Ortsteil werden. Nach nur viermonatiger Bauzeit war der neugestaltete Dorfplatz in Reusrath am 23. Juli 2009 eingeweiht worden.

Rund 800 000 Euro kostete der Umbau. Anwohner hatten sich mehr als zufrieden mit der Gestaltung des Reusrather Platzes gezeigt. „Er ist traumhaft schön geworden“, hatte ein Anwohner damals gesagt. „Eine enorme Verbesserung für den ganzen Ortsteil“, sagten andere. Jetzt müsse man sehen, was daraus gemacht wird.

Die Anwohner werden beschimpft und bedroht

„Der Platz ist ein Anziehungspunkt für Jugendliche und Heranwachsende geworden“, sagt Hubert Ibisch, Leiter der Polizeiwache. „Dafür ist er ja auch gedacht. Aber das Ausmaß ist bei den Anwohnern nicht gern gesehen.“

Besonders am Wochenende treffen sich die Gruppen, trinken Alkohol, zerschmeißen Flaschen und werden laut. „Wenn die Anwohner die Personen darauf ansprechen, werden sie beleidigt und bedroht.“

Am Wochenende wurde sogar die Scheibe des Glaspavillons eingeschlagen. Die Polizei wurde verständigt und konnte einige junge Leute auch ausfindig machen. „Sie waren zuvor auf dem Reusrather Platz gewesen, bestreiten allerdings, den Pavillon zerstört zu haben“, sagt Ibisch. Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Der Platz hat eine Fläche von knapp 5000 Quadratmeter, davon sind 4000 Quadratmeter gepflastert.

An der Trompeter Straße wurde ein Glaspavillon als Treffpunkt und Unterstand errichtet.

Der Platzumbau hat rund 800 000 Euro gekostet. Im Juli 2009 wurde er eingeweiht.

Anwohner sind verängstigt und verärgert. „Anfangs habe ich mich gefreut, als der Platz endlich neu gemacht wurde. Hier haben sich auch zu Beginn viele getroffen. Radfahrer, Spaziergänger. Aber seit das hier so aussieht, kommt hier niemand mehr hin“, sagt ein Anwohner, der aus Angst vor den jungen Leute seinen Namen nicht nennen möchte.

Das Schlimme sei auch, dass die Jugendlichen über den Gartenzaun der Anwohner und den Zaun der Kirche steigen, um dort zu urinieren. Eine junge Mutter traut sich nicht mehr, mit ihren Kindern über den Platz zu gehen. „Da liegen überall Glassplitter herum.“ Anwohner Leo Hartweg muss ständig die Fahrradschläuche seiner Söhne flicken. „Ich hatte mit meinem Auto deswegen auch schon mal einen Platten.“

„Mit großem finanziellem Aufwand wurde dieser Platz vor knapp drei Jahren als Aushängeschild des Ortsteils neu gestaltet, bietet Aufenthaltsqualität und wird für Feste und Feiern rege genutzt“, sagt Ortsverbandsvorsitzender Dieter Braschoss.

Nach Auffassung der Reusrather CDU spreche nichts dagegen, dass Jugendliche den Platz als Treffpunkt nutzten, so lange dies zu keiner Belästigung der Anwohner führe und der Platz sauber verlassen wird.

CDU Reusrath lud Polizei, Ordnungsamt und Anwohner ein

Auf Initiative des Ortsverbandsvorsitzenden fand am Dienstag ein Ortstermin mit dem Leiter des Ordnungsamtes, Christian Benzrath, dem Reusrather Bezirksdienstbeamten Thomas Büscher, Hubert Ibsch und betroffenen Anwohnern statt. „Jeder für sich wird nun darüber nachdenken, mit welchen Maßnahmen Auswüchse wie am Wochenende verhindert werden können“, sagt Ibisch.

Auch bauliche Veränderungen sollen diskutiert werden. „Bisher kann man mit Autos oder Zweirädern auf den Platz fahren. Das wird auch genutzt, um kleine Rennen zu veranstalten“, sagt der Leiter der Polizeiwache. Auch von stärkeren Kontrollen ist die Rede.

„Wir müssen die Leute aus der Anonymität herausholen. Dafür ist es wichtig, dass sie erst einmal namentlich bekannt sind“, sagt Ibisch. Damit erhöhe sich auch die Hemmschwelle.

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