Die Staatsanwaltschaft hat aus Mangel an Beweisen am Dienstag die Ermittlungen gegen den Mitarbeiter einer städtischen Kindertagesstätte eingestellt.

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Staatsanwalt Ralf Herrenbrück hat die Ermittlungen eingestellt.

Staatsanwalt Ralf Herrenbrück hat die Ermittlungen eingestellt.

Schaller, Bernd (bes)

Staatsanwalt Ralf Herrenbrück hat die Ermittlungen eingestellt.

Langenfeld. Monatelang hatte der Fall nicht nur Langenfelds Öffentlichkeit bewegt: Ein Erzieher einer städtischen Kindertagesstätte wurde des Missbrauchs verdächtigt. Am 6. September des vergangenen Jahres war Bürgermeister Frank Schneider damit an die Öffentlichkeit gegangen.

Parallel wurde die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf eingeschaltet. Die gab am Dienstag bekannt, dass die „auf die Anzeige der Mutter in Gang gesetzten Ermittlungen mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt werden“.

Zeugenaussagen gingen in unterschiedliche Richtungen

Der Beschuldigte hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets bestritten. Staatsanwalt Ralf Herrenbrück attestierte im Laufe der Ermittlungen, dass sich der Mann kooperativ verhalte. Unter anderem stimmte er einer Untersuchung seines Computers zu. Nach Bekanntwerden des Verdachts meldeten sich mehrere Zeugen.

Doch durch deren Aussagen gab es einerseits Belastungen, andererseits aber auch Entlastungen. Relevantes war laut Staatsanwaltschaft jedoch nicht herausgekommen. Das einzig Fassbare war während der gesamten Ermittlungen die Aussage des damals vierjährigen Kindes. Das hatte seiner Mutter aus der Kita erzählt.

„Ein psychologisches Gutachten zur Zeugeneignung und Glaubhaftigkeit des Kindes hätte hier keine Abhilfe schaffen können, weil es noch zu jung war.“

Ralf Herrenbrück, Staatsanwaltschaft Düsseldorf

Der Staatsanwaltschaft betont: „Ich sage nicht, dass das Kind lügt. Aber es gibt Widersprüche in den Aussagen. Und für eine psychologische Beurteilung war das Kind mit vier Jahren zu jung.“ Eine bedenkenfreie Überführung des Beschuldigten sei danach nicht in Betracht gekommen.

Es war wohl eine der kürzesten Pressekonferenzen in der Geschichte Langenfelds, doch inhaltlich war sie brisant: Bürgermeister Frank Schneider teilte am frühen Donnerstagabend des 6. September mit, dass eine Erziehungskraft einer städtischen Kita freigestellt worden sei. Vorwurf: ein sexuelles Vergehen.

Parallel war die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden. Nach Monaten der Ermittlungen wurde das Verfahren nun eingestellt.

Damit ist der Fall juristisch abgeschlossen. Aber wie geht es nun praktisch weiter? Schließlich hatte die Stadt zu dem Zeitpunkt, als sie Anfang September an die Öffentlichkeit ging, den Erzieher freigestellt.

„Wir müssen uns jetzt erst einmal anschauen, was die Staatsanwaltschaft genau in ihrer Stellungnahme geschrieben hat. Und selbstverständlich werden wir uns dann mit der Erziehungskraft zusammensetzen“, sagte Jugendamtsleiter Ulrich Moehnen in einer ersten Reaktion der WZ.

Elf Langenfelder Kitas sind in städtischer Trägerschaft

Den Vorwurf einer Vorverurteilung weist die Stadt trotz der Brisanz der Vorwürfe zurück. In der Tat: „Es handelt sich um ein laufendes Verfahren“, war stets betont worden. Die Eltern der betroffenen Kindertagesstätte waren informiert worden. Außerdem bot sie psychologische Betreuung an. Das galt auch für das Kollegium.

Um welche Einrichtung es sich handelt, ist bewusst nicht in die Öffentlichkeit getragen worden – auch von der WZ nicht. Die Stigmatisierung einer ganzen Einrichtung sollte verhindert werden. Es gibt in Langenfeld 26 Kindertagesstätten. Elf davon sind in städtischer Trägerschaft.

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