Das kleine Museum präsentiert neue Exponate und hat auch sein digitales Archiv überarbeitet.

Das kleine Museum präsentiert neue Exponate und hat auch sein digitales Archiv überarbeitet.
Tourismusmanagerin Maximiliane Richtzenhain zeigt das neue Ausstellungsstück: die Gitarre von Ex-Prinz Bernd.

Tourismusmanagerin Maximiliane Richtzenhain zeigt das neue Ausstellungsstück: die Gitarre von Ex-Prinz Bernd.

Ralph Matzerath

Tourismusmanagerin Maximiliane Richtzenhain zeigt das neue Ausstellungsstück: die Gitarre von Ex-Prinz Bernd.

Monheim. Noch wacht die bunte, gepunktete Kunststoff-Gans mit zweien ihrer Artgenossen auf der Rathausbrüstung. Die Tupfen sehen wie dicke Konfettischnipsel aus. Und so ist ihr Schicksal besiegelt: „Nicht mehr lange, dann wird sie im Karnevalskabinett stehen“, freut sich Tourismus-Managerin Maximiliane Richtzenhain.

In Zukunft soll jeder Prinz etwas zur Ausstellung beisteuern

Das kleine Museum im Herzen der Monheimer Altstadt ist Teil der „MonCronik“ und wurde Ende Januar 2016 eröffnet. Seitdem kommen immer wieder neue Exponate dazu. So beispielsweise die Western-Klampfe von Prinz Bernd II., der die Narren mit seinem Instrument in der vergangenen Session musikalisch unterhielt und somit als „Prinz mit der Gitarre“ in die Monheimer Karnevalsgeschichte einging. „Es wäre schön, wenn jeder Prinz etwas zur Ausstellung beisteuerte“, meint Richtzenhain. „Wir überlegen noch, was es bei Jens Geyer sein kann.“ Der aktuelle jecke Regent sitzt für die SPD im Düsseldorfer Landtag. Abwechselnd mit Prinzessin Kerstin begrüßt er in vollem Ornat jeden Besucher per Videoclip am Eingang des Kabinetts. Das Paar löste Bernd II. und Silke kurz nach der Proklamation am 11.11. auch auf dem Monitor ab.

Selbst im Frühjahr und Sommer musste die Tourismus-Managerin den Pappnasen-Automaten mehrmals auffüllen. Er ist ein weiteres witziges Detail in der facettenreichen Ausstellung. „Wir haben 150 rote Clowns-Nasen für jeweils 50 Cent verkauft“, stellt sie fest. „Das ist für uns ein deutlicher Hinweis auf auswärtige Gäste.“

Das digitale Archiv ist das Herzstück des 40 Quadratmeter großen Ausstellungsraums. Gromoka-Archivar Armin Drösser bestückt es nach und nach mit Filmen und Fotos aus den Beständen der Gesellschaft. „Das ist eine unglaubliche Arbeit.“ Videos müssten neu beschnitten und umformatiert werden.

Fotos und Filmaufnahmen bis zurück ins Jahr 1939

Dem Besucher fällt aber zunächst erst einmal auf, dass sich der Bildschirm von I-Pad-Größe auf DIN-A-3-Format verändert hat. „Wir haben jetzt eine Großbildansicht“, stellt Richtzenhain die technische Neuerung vor. Zusätzlich habe man die Navigation etwas verändert und damit erleichtert. So würde dem Rosenmontag unter der Rubrik „Tolle Tage“ mit alten, privaten Filmaufnahmen, Fotos und Plakaten jetzt deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt als zuvor. Armin Drösser, der die Material-Aufbereitung ehrenamtlich übernommen hat, konnte inzwischen Material bis zurück ins Jahr 1939 einstellen. Einige Darstellungen wie der digitale Zeitstrahl sind ebenfalls noch in der Bearbeitung. Mit neuen Details wartet überdies die App der „MonChronik“ auf. Neben dem Schelmenturm ist nun auch das Karnevalskabinett in 360-Grad-Bildern zu erleben. „Ein Gefühl, als steht man direkt in der Ausstellung“, lobt Maximiliane Richtzenhain.

Weiterhin sehenswert im Kabinett bleibt unter anderem das „lebendige Buch“. Wie von Geisterhand startet das Video beim Umblättern der Seiten, und dem Betrachter öffnet sich mal ein Foto-Album, mal das Notizbuch des Büttenredners – der Text ist von Didi Trappe gesprochen. Die Sensorik ist im Podest darunter eingebaut.

Wer mit der fünften Jahreszeit nicht so vertraut ist wie der Rheinländer, kann in einem Schaukasten sehen, wie er diesen Ausnahmezustand am besten übersteht: Konfetti, Kondome und kleine Feiglinge gehören unbestritten dazu.

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