Mit ihrem Stück „Dorel, der Milchvampir“ schließt das Jugendensemble Blinklichter das Motto-Jahr Rumänien ab.

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Die „Zmei“ sind garstige Wesen, die im Dickicht des dunklen Waldes leben und Eindringlinge sofort in die Flucht schlagen.

Die „Zmei“ sind garstige Wesen, die im Dickicht des dunklen Waldes leben und Eindringlinge sofort in die Flucht schlagen.

Anna Schwartz

Die „Zmei“ sind garstige Wesen, die im Dickicht des dunklen Waldes leben und Eindringlinge sofort in die Flucht schlagen.

Langenfeld. Es ist düster und schaurig auf der Bühne im Schauplatz. Nebel steigt auf und langsam kommt Dracula den Berg hinunter. Er singt von seinem traurigen Leben und seinem großen Wunsch – ein Mensch möchte er sein, kein Vampir, und seine Tage würde er viel lieber woanders verbringen als allein in seinem Schloss, das versteckt in den tiefen Wäldern der Karpaten liegt und das keine lebende Seele je erreicht hat.

Dracula verwandelt sich in einen Showvampir

Wie und wo genau er sich dieses Leben vorstellt, ist für einen Vampir mehr als ungewöhnlich, und so wird aus dem melancholischen Lied ein fetziger Gute-Laune-Song mit schwungvoller Tanzeinlage, bei der Dracula nicht nur das Innere seines Wesens präsentiert, sondern auch die dem entsprechende Innenseite seines schwarzen Umhangs. In leuchtenden Farben und mit jeder Menge Glitzer wirbelt er schließlich als Showvampir über die Bühne und träumt von Las Vegas. Eine wahrlich reife Leistung.

Nicht nur dieser Szene, sondern allen anderen folgt ein kräftiger Applaus des Publikums, das von der aktuellen Darbietung der Blinklichter absolut begeistert ist. Denn das, was die Kinder und Jugendlichen zur Premiere von „Dorel, der Milchvampir“ auf die Bühne bringen, überzeugt sowohl schauspielerisch als auch gesanglich in jeder Sekunde. 40 junge Schauspieler präsentieren das neue Theaterstück von Regisseurin Elisabeth Schafheutle, das in Anlehnung an das Motto-Jahr in Rumänien spielt.

Eine moralische Botschaft fehlt nicht. Denn nicht nur Dracula, auch der Vampirjunge Dorel will ein Mensch sein und statt Blut lieber Milch trinken. Vater und Mutter Vampir schicken Dorel daraufhin zum vermeintlich schrecklichen Dracula, damit er lernt, ein böser Vampir zu werden – keiner ahnt, dass Dracula alles andere als blutrünstig ist.

Aufwendiges Bühnenbild von Eltern und Vereinsmitgliedern

Die Ratte Prikolitsch versucht den beiden Vampiren zu helfen und wirkt dabei in vielen Szenen als moralisches Sprachrohr. Auf völlig coole und lässige Weise – sogar mit einer sehr gekonnten Rapeinlage – vermittelt Prikolitsch immer wieder zwischen den Parteien und erklärt, was gut und was schlecht ist. Themen im Stück: Vorurteile und Fremdbestimmung, Wut und Rache, Unzufriedenheit. Neben Schauspiel und Gesang beeindrucken Bühnenbild und Kostüme. Eltern und die Mitglieder des Fördervereins haben die aufwendigen Kreationen ehrenamtlich hergestellt. Im Publikum: viele ehemalige Ensemblemitglieder und deren Eltern. „Acht Jahre hat unser Sohn bei den Blinklichtern mitgespielt, mittlerweile studiert er“, sagt Barbara Hogrebe, die mit Ehemann Paul zuschaut. „Umsetzung, Bühnenbild und Kostüme sind immer sehr gut. Die Stücke gewinnen jedes Jahr an Anspruch und Professionalität.“

„Dorel, der Milchvampir“ wird noch bis zum 12. Dezember täglich in der Stadthalle aufgeführt. Tickets gibt es über die Homepage der Blinklichter.

Verschiedene Kurse werden getrennt nach Altersstufen angeboten. Nach den Sommerferien beginnen die Proben für die Inszenierung. Weitere Informationen zu den Blinklichtern gibt es im Internet.

www.die-blinklichter.de

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