Gegen die Stimmen von Grünen und BGL wurde ein Konzept für die städtischen Waldflächen auf den Weg gebracht.

In Langenfeld sollen Waldflächen verbessert werden.
In Langenfeld sollen Waldflächen verbessert werden.

In Langenfeld sollen Waldflächen verbessert werden.

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In Langenfeld sollen Waldflächen verbessert werden.

Langenfeld. Bäume beschäftigen zurzeit Verwaltung und Politik. Den einen geht es um städtische Waldflächen, anderen wiederum um Bäume auf privaten Grundstücken. Ausgleichsflächen heißt das Stichwort, um das sich auch in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses alles drehte.

Zunächst hakte der Reusrather Anwohner Andreas Menzel in Sachen Abholzung am Ohrenbusch nach. 2007 waren im Zuge des Baus mehrerer Einfamilienhäuser reihenweise alte Bäume gefällt worden. „Die Presse berichtete damals, dass die Verwaltung beim Anblick der gefällten Bäume entsetzt reagiert habe“, sagte Menzel. Schließlich hatte ein Stadtplaner zuvor in einer Bürgerversammlung versichert, dass für das Bauprojekt kein Baum fallen müsse.

Verwaltung ist für Kontrolle nicht zuständig

Nun wolle Menzel wissen, wann und wo eine Wiederaufforstung stattgefunden habe. „Ich habe bereits die Forstbehörde kontaktiert. Die versicherte mir, es habe bisher keine gegeben“, sagte Menzel weiter. „Wie kann es sein, dass die Stadt die Auflagen zur Wiederaufforstung nicht kontrolliert?“, fragte Menzel den Stadtplaner Stephan Anhalt.

„Es ist nicht Aufgabe der Verwaltung, das zu kontrollieren“, versicherte dieser. Für Andreas Menzel ist diese Argumentation nicht nachvollziehbar. Ebenso wie für Andreas Krömer von der BGL: „Die Verwaltung kann doch nicht sagen, dass es sie nichts angeht, wenn sie damals der Presse gegenüber verkündet hat, dass sie entsetzt über die Fällung ist.“

Der Vorschlag der Verwaltung, ein sogenanntes Waldkompensationskonzept zu erarbeiten, stieß ebenfalls bei BGL und den Grünen auf Widerstand. Ziel des Konzepts ist es, „minderwertige Waldbestände“ zu strukturreichem Mischwald aufzuwerten und damit Ausgleichsflächen der Landwirte zu sparen.

Grüne: Ökologische Aufwertungen ist ohnehin Pflicht der Verwaltung

Bis zum Spätsommer will die Verwaltung das Konzept erarbeitet haben. Darin will sie festhalten, durch welche Maßnahmen und mit welchem Kostenaufwand „minderwertiger Wald“ verbessert werden kann.

Hintergrund: Müssen für Bauprojekte Bäume gefällt werden, ist die Stadt zu Ersatzpflanzungen verpflichtet – laut Gesetzgebung sind diese nicht nur im Plangebiet selbst, sondern auch an anderer Stelle möglich. So wurden laut Verwaltung seit dem Jahr 2000 rund 15 Hektar landwirtschaftliche Fläche für Ausgleichsmaßnahmen in Anspruch genommen – laut Verwaltung zum Ärger der Landwirte, die den Flächenverlust beklagen.

Andreas Krömer: „Ich bin gespannt, wie die Landwirte auf die Änderungen des Regionalplans reagieren und sie auch dann den Flächenverlust beklagen werden.“ Dann werde sich zeigen, ob „das alles nur geheuchelt ist.“ Denn: Laut Krömer bekämen die Landwirte für Ausgleichsflächen weit weniger Geld als für Bauland. „Landwirte sind nicht die Opfer von der Siedlungspolitik, sondern die Profiteure.“

Günter Herweg (Grüne) sprach sich ebenfalls gegen die Erarbeitung eines „Waldflächenkompensationskonzepts“ aus: „Wir fordern seit Jahren immer wieder, die städtischen Waldflächen ökologisch aufzuwerten. Das sollte ohnehin die Pflicht der Stadt sein.“

Mit diesen Gegenstimmen wurde das Konzept auf den Weg gebracht. Die anderen Fraktionen sahen nämlich keine Probleme, sondern eher „die gute Sache“. „Ich sehe nur Gutes darin, wenn die Waldqualität verbessert wird“, so Joachim Herzig (SPD).

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