Im Resonanz Bildungsforum bekommen türkisch- stämmige Schüler Nachhilfe.

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Die Schüler Mehmet Cifci (v.l.) , Erkan Yükse und Beyza Altay bekommen in Mathe Nachhilfe von Aynur Yüksel (hinten links) und Ismael Don.

Die Schüler Mehmet Cifci (v.l.) , Erkan Yükse und Beyza Altay bekommen in Mathe Nachhilfe von Aynur Yüksel (hinten links) und Ismael Don.

Dirk Thomé

Die Schüler Mehmet Cifci (v.l.) , Erkan Yükse und Beyza Altay bekommen in Mathe Nachhilfe von Aynur Yüksel (hinten links) und Ismael Don.

Langenfeld. Für den Weg zu Integration ist Bildung unabdingbar. Der Meinung ist der türkische Familienverein Resonanz Bildungsforum mit Sitz am Konrad-Adenauer-Platz. Engagierte Zuwanderer der zweiten Generation versuchen dort seit fast zehn Jahren Kindern schulische Erfolge zu sichern und sie zu toleranten und sozial kompetenten Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen.

„In unserem Vorstand sind fast nur Migranten, die es – in Anführungszeichen – geschafft haben“, sagt Naciye Ünlü, zweite Vorsitzende. „Das wollen wir auch für unsere Kinder.“ Dazu benötigen die Kinder, vor allem diejenigen, die aus sozialen Brennpunkten kommen, viel Hilfe und Unterstützung, die wollen die Vereinsmitglieder den Schülern geben.

„Mittlerweile kommen Schüler aller Nationen zu uns.“

Aynur Yüksel, Koordinatorin

Günstige Nachhilfeangebote, Hausaufgabenbetreuung, Sprachkurse und viele kostenlose Freizeitaktionen wie Ausflüge ins Museum sollen dazu beitragen.

Gerade ist wieder Hochzeit beim Verein. Es geht auf die Zeugnisse zu. „Mittlerweile kommen nicht mehr nur türkische Kinder, sondern Schüler aller Nationen ins Resonanz Bildungsforum“, sagt Aynur Yüksel, die die Nachhilfekurse koordiniert. Der Verein bietet vor allem die Basisfächer Deutsch, Englisch und Mathematik an.

„Manchmal kommen aber auch Schüler mit Fragen zu Chemie oder Französisch. Manchmal können unsere Lehrer da auch helfen“, sagt Yüksel, selbst Lehramtsstudentin.

Die meisten Lehrer im Bildungsforum sind Studenten

Das Resonanz Bildungsforum wird am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss einen Antrag auf Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe stellen. Der Verein verpflichtet sich, keinen kommerziellen Gewinn zu erwirtschaften, sondern nur gemeinnützige Zwecke zu verfolgen. Eine solche Anerkennung eröffnet dem Träger die Mitwirkung in Arbeitsgemeinschaften. Darüber hinaus ist bei der Durchführung mancher Projekte und Maßnahmen die Anerkennung Voraussetzung, um Fördermittel erhalten zu können. Dazu muss im Vorfeld eine Konzeptmappe angefertigt werden, in der der Verein vorgestellt wird.

Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden und die Einnahmen für die Nachhilfekurse. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, der findet Informationen im Internet.

Die insgesamt zehn Lehrpersonen sind größtenteils Lehramtsstudenten, die sich als Honorarkräfte etwas dazuverdienen. Das Engagement geht allerdings oft über die Nachhilfestunden hinaus. Zu den Honorarkräften kommen zahlreiche Ehrenamtler, die vor allem im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2013 viele Aktionen planen.

„Wir möchten mit unseren Kindern die Stadt erkunden und erreichen, dass sie sich mit Langenfeld identifizieren“, sagt Vorsitzende Ünlü. Wie das konkret aussehen wird, sei zurzeit noch in Arbeit.

Zusätzlich zu den Nachhilfekursen und der Hausaufgabenbetreuung bietet der Verein Elternabende und ein regelmäßiges Müttercafé an. Letzteres sei vor allem eine Möglichkeit, schon die Kleinkinder zu erreichen, die die Mütter mitbringen und die dann ebenfalls von Ehrenamtlern betreut werden.

„Viele Mütter, die kommen, haben Probleme mit der deutschen Sprache. Wir hatten mal ein Sprachförderprogramm für Kleinkinder. Das möchten wir jetzt wieder aufnehmen“, sagt Ünlü.

Die Jugendlichen sollen sich weiter öffnen

Mit Projekten in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Arbeiterwohlfahrt bemüht sich das Resonanz Bildungsforum schon seit Jahren, Vorurteile abzubauen, zuletzt bei der Veranstaltung „Die Welt zu Gast bei der Awo“ in der Begegnungsstätte Siegfried-Dießmann-Haus. Türkische Jugendliche hielten einen Vortrag über die Türkei.

Sich integrieren, sich transparent und offen präsentieren, auch außerhalb der türkischen Gemeinde, und Langenfelder sein. An diesen Zielen will das Resonanz Bildungsforum weiter arbeiten. Das Feedback sei von allen Seiten „durchweg positiv“, so Ünlü. Sicher auch in den kommenden zehn Jahren.

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