Politiker stimmen am Donnerstag über Gutachten ab. Ein Wettbewerb und ein Fassadenprogramm sind angedacht.

Stadtplaner Dominik Geyer fällte ein vernichtendes Urteil, als er den Zustand des Immigrather Platzes in einem Satz beschrieb: „Er strahlt weder eine angenehme Atmosphäre aus, noch besitzt er Aufenthaltsqualität.“ Vor einem Jahr war der Fachmann des Kölner Büros Jansen GmbH mit einem Gutachten beauftragt worden, wie der Immigrather Platz dem Anspruch eines zumindest ansatzweise ansprechenden Ortsteilzentrum gerecht werden könnte. Sein Handlungskonzept liegt nun vor, am Donnerstag ist es Thema im Planungs- und Umweltausschuss.

Drei Dinge schlägt Geyer grundsätzlich vor, um den Immigrather Platz voranzubringen: Die heute vom Kreisel dominierte Verkehrsfläche sollte umgestaltet werden, der Anblick einiger Wohn- und Geschäftshäuser ansehnlicher werden, indem es für aufgehübschte Fassaden einen städtischen Zuschuss gibt, und das mit den ersten beiden Punkten verbesserte Image des Platzes sollte dafür eingesetzt werden, neue Läden und gastronomische Betriebe anzusiedeln sowie zugleich die Zahl der Spielhallen deutlich zu verringern.

Neugestaltung des Platzes

Wird das Handlungskonzept beschlossen, soll nach Angaben des städtischen Planers Stephan Anhalt ein Wettbewerb ausgelobt werden. „Wir wollen mehrere Ingenieurbüros zu Vorentwürfen auffordern, die dann zur Diskussion gestellt werden.“ Statt des Kreisverkehrs plädiert der Gutachter für einen niveaugleichen Platz ohne Bürgersteig, über den Autos geführt werden sollen, der aber auch reichlich Außengastronomie ermöglichen soll.

Anhalt zufolge ist noch offen, an welcher Stelle der unbedingt angestrebte Lebensmittelmarkt („Es gibt dafür mehrere Interessenten“) gebaut werden soll; entweder am Südende auf einem Teil des heutigen Parkplatzes oder an der Leichlinger Straße in Richtung Bahngleise.

Fassadenprogramm

„Das ein oder andere Gebäude braucht ein gestalterisches Upgrade“, stellt Anhalt fest. Daher solle ein mit 100 000 Euro ausgestattetes Programm aufgelegt werden, aus dem Hauseigentümer für Fassadenerneuerungen einen Kostenzuschuss erhalten. „Natürlich lassen wir uns vorher jeweils die Vorhaben erläutern und prüfen, ob sich dadurch das Erscheinungsbild wirklich verbessert.“ Zudem seien die Zuschüsse mit anderen Förderprogrammen etwa für energiesparende Fassadenarbeiten abzustimmen.

Marketing und Management des Leerstands

Langenfelds Citymanager Jan Christoph Zimmermann soll neben dem Stadtzentrum künftig verstärkt auch die Solinger Straße bis hin zum Immigrather Platz unter seine Fittiche nehmen. Gemeinsam mit Eigentümern, Händlern, Gastronomen und Geschäftsleuten soll sein Team ein neues Image für das Ortsteilzentrum aufbauen und Aktivitäten begleiten.

Die Zahl von fünf Spielhallen und zwei Wettbüros im Umkreis soll sich verringern, Leerstände schnellstmöglich beseitigt werden. Nach Anhalts Ansicht haben sich die an das Gutachten geknüpften Erwartungen erfüllt. Gespräche mit Eigentümern, Geschäftsleuten und Bewohnern seien bislang positiv verlaufen. Nun gehe es an die Umsetzung. „Dazu bemühen wir uns noch um Zuschüsse etwa aus dem Städtebaufürderprogramm.“

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