Techniker von Bayer finden fünf Stahlträger. Stadt hat Bauantrag nachträglich erhalten.

SICHERHEIT
Fünf Meter hoch, zwei Meter tief und zu nah an der CO-Pipeline: Diese Pfosten für Werbeträger wurden laut Auskunft der Stadt ohne Genehmigung errichtet. Im Mai wurde das bekannt, die Öffentlichkeit erfuhr aber erst jetzt davon.

Fünf Meter hoch, zwei Meter tief und zu nah an der CO-Pipeline: Diese Pfosten für Werbeträger wurden laut Auskunft der Stadt ohne Genehmigung errichtet. Im Mai wurde das bekannt, die Öffentlichkeit erfuhr aber erst jetzt davon.

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Fünf Meter hoch, zwei Meter tief und zu nah an der CO-Pipeline: Diese Pfosten für Werbeträger wurden laut Auskunft der Stadt ohne Genehmigung errichtet. Im Mai wurde das bekannt, die Öffentlichkeit erfuhr aber erst jetzt davon.

Langenfeld. Direkt neben die umstrittene CO-Rohrleitung der Firma Bayer hat ein Unternehmen fünf Stahlträger metertief in den Boden versenken lassen – ohne auch nur eine Anfrage an die Behörden zu stellen. Das hat Bürgermeister Frank Schneider (CDU) am Montagabend bekannt gegeben. Bei einer Bürgerinformation in der Richrather Schützenhalle zeigte er ein Foto von den anscheinend für eine Werbetafel an der Berghausener Straße gebauten Stützen: Die Sicherheit sei an der Leitung für giftiges Kohlenmonoxid nicht gewährleistet.

Die Rohre der Leitung zwischen den Bayer-Standorten Dormagen und Krefeld-Uerdingen lägen an dieser Stelle wenige Meter weiter von den Stützen entfernt, als ursprünglich vorgesehen, sagte der städtische Referatsleiter für Stadtplanung, Stephan Anhalt. „Da hat man Glück gehabt.“

Der Verursacher habe die Lage der Leitung gekannt und gewusst, dass es sich um ein öffentliches Grundstück handelt, sagt der NRW-Pressesprecher von Bayer Material Science, Jochen Klüner: „Er hat das zu beachtende Regelwerk für Tiefbauarbeiten missachtet.“ Ein ganzes Bündel von verschiedenen Rohrleitungen verlaufe an dieser Stelle mitten unter der Straße. Bayer gehe davon aus, dass die künftig für Kohlenmonoxid vorgesehene Leitung durch die Versenkung der Stahlträger nicht in Gefahr gewesen sei: „Die CO-Pipeline wäre auch nicht beschädigt worden: Ein umfassendes Konzept gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit, das über die gesetzlichen Vorschriften hinausgeht.“

Das städtische Foto von den Stahlträgern hat sich Wolfgang Cüppers von der Interessengemeinschaft Erkrath für seine Unterlagen gesichert: „Es ist genau das, wovor wir immer gewarnt haben. Der gelbe Pfahl, mit dem die Leitung markiert wird, war in Sichtweite, als das gebaut wurde.“

Nach Mitteilung der Stadt haben Techniker von Bayer das Bauwerk als erste bemerkt. „Wir führen regelmäßig Begehungen durch und fliegen die Trasse mit dem Hubschrauber ab. Unsere Sicherheitsmaßnahmen laufen, obwohl die Leitung noch nicht in Betrieb ist“, sagt Klüner. Die Ingenieure hätten sofort einen in der Nähe ansässigen Unternehmer angesprochen, der als Verursacher in Frage zu kommen schien. Der aber habe abgestritten, mit den Pfeilern etwas zu tun zu haben.

Rund 300 Anwohner haben die Gelegenheit genutzt, Fragen zum Verfahren zu stellen, die die Städte für ihre Bürger gegen die Rohrleitung führen. Noch bis zum 5. Oktober können Einwände eingereicht werden.

Gleichwohl liege der Verwaltung ein nachträglich eingereichter Bauantrag vor, erklärt ein Sprecher der Unteren Bauaufsichtsbehörde auf WZ-Anfrage: „So was kann man machen, wenn man das Bauwerk stehen lassen möchte.“ Ob der Grundstückseigentümer mit einem Bußgeld rechnen muss, wolle die Behörde mit Hinweis auf den Datenschutz nicht bekannt geben.

Laut Bauaufsichtsamt stehen die Pfähle nahe einer Grundstücksgrenze. Es werde möglicherweise ein Vermesser beauftragt werden. Bayer habe derweil zugesagt, die Pfeiler wieder abzubauen, obwohl sie nicht die Verursacher seien. Ein Vorschlag sei das, sagt Klüner. Das Unternehmen wolle die Situation geklärt wissen und weitere unkoordinierte Eingriffe nahe der Leitung vermeiden: „Wir warten auf die Stellungnahme der Verwaltung. Wir können ja nicht einfach ohne Genehmigung in der Stadt herumbauen.“

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