Dominik Fischer (12) ist auf den Rollstuhl angewiesen. Für ihn stellen Hundehaufen ein Gesundheitsrisiko dar.

Dominik Fischer ist oft mit seinem Rollstuhl unterwegs. Sein Vater Andreas findet häufig Hundekot an den Reifen.
Dominik Fischer ist oft mit seinem Rollstuhl unterwegs. Sein Vater Andreas findet häufig Hundekot an den Reifen.

Dominik Fischer ist oft mit seinem Rollstuhl unterwegs. Sein Vater Andreas findet häufig Hundekot an den Reifen.

Ralph Matzerath

Dominik Fischer ist oft mit seinem Rollstuhl unterwegs. Sein Vater Andreas findet häufig Hundekot an den Reifen.

Dominik Fischer (12) sitzt im Rollstuhl. Er ist geistig behindert, kann sich aber selbstständig mit dem Kinderrolli fortbewegen. Mit den Händen bewegt er Reifen und Rad. Eines der größten Ärgernisse sind für ihn die Hundehaufen. Denn der Kot landet über die Reifen erst an seinen Händen, und dann auf Jacke, Hose, Mütze. Meistens auch im Gesicht. „Ekelhaft“, sagt Dominik. Vater Andreas hat dabei auch die Gesundheitsgefahren im Blick. „Das ist unhygienisch.“

In der Stadt fällt etwa eine Tonne Kot pro Tag an

„Wir müssen anschließend alles reinigen“, schimpft Vater Andreas, der ihn häufig von der Rudolfstraße über die Bachstraße zum Marktplatz schiebt, wo Kinderarzt und Logopäden sitzen. „Meist schaut man ja nach vorne und nicht auf den Boden“, beschreibt er die Schwierigkeit, einen Hundehaufen zu umfahren. Er wünscht sich, dass mehr Hundehalter zu den Gassi-Beuteln greifen. „Eine Tonne Hundekot fällt in Langenfeld pro Tag an“, sagt er, um das Problem zu verdeutlichen. „Wenn nur ein Teil davon auf dem Gehweg liegt, ist das immer noch viel.“

Die Rechnung von Andreas Fischer kann Verwaltungsmann Gerhard Lindner vom Referart Steuern und Abgaben nachvollziehen. Bei 3300 Tieren, die in der Stadt Langenfeld gemeldet sind, könne man davon ausgehen, dass im Schnitt jedes 300 Gramm Kot pro Tag absondert. Lindner ärgert der rücksichtlose Umgang. „Wer ein Tier hält, der kann sich auch die Gassi-Beutel leisten“, ist der Steuerexperte überzeugt. Sie sind gegen einen kleinen Obolus im Bürgerbüro erhältlich. Außerdem habe die Stadt an 52 Stellen Spender für Gassi-Beutel aufgestellt. „Doch leider“, so beschreibt auch Referatsleiter Christian Benzrath die Erfahrung, „gilt dabei offenbar die Regel: Wer zuerst kommt, zieht zuerst. Und dann gleich alle.“ Die Ahndung sei schwierig. „Man muss Hundehalter auf frischer Tat ertappen. Dann können wir ein Bußgeld verhängen. Es kostet 25 Euro.“

Auf privaten Grundstücken sei der Hundehaufen Sachbeschädigung, im öffentlichen Raum eine Ordnungswidrigkeit, erläutert Lindner die Unterschiede. Auch die Stadt kämpfe mit den Hinterlassenschaften. Besonders die Stadtgärtner fluchen, wenn ihnen beim Mähen eines Rasenstücks Hundekot entgegenfliegt. Gemüsebauern würden sich beschweren, weil freilaufende Hunde ihre Felder als öffentliche Toilette missbrauchten. An eine Bio-Zertifizierung sei dann nicht mehr zu denken.

Dominik ist von solchen Überlegungen weit entfernt. Er will nur mit sauberen Händen nach Haus kommen.

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