Der 64-jährige Lehrer aus Leichlingen gibt seinen Sitz im EU-Parlament auf und wird Mitglied der neuen Landesregierung.

Der 64-jährige Lehrer aus Leichlingen gibt seinen Sitz im EU-Parlament auf und wird Mitglied der neuen Landesregierung.
Herbert Reul ist neuer NRW-Innenminister. Archiv

Herbert Reul ist neuer NRW-Innenminister. Archiv

Michael Kappeler/dpa

Herbert Reul ist neuer NRW-Innenminister. Archiv

Kreis Mettmann. Als Herbert Reul erfuhr, dass er im neuen Kabinett des CDU-Ministerpräsidenten Armin Laschet den Posten des NRW-Innenministers übernehmen soll, habe er schon kurz geschluckt. Denn die Lebensplanung des 64-jährigen Europaparlamentariers hatte bis zu diesem Moment völlig anders ausgesehen. Dann kam der Ruf aus der Landeshauptstadt – und Reul machte sich bewusst: „Wir haben jetzt fünf Jahre Zeit, dem Wähler zu beweisen, dass er mit seinem Regierungsauftrag an uns richtig gelegen hat. Da müssen wir die Besten ins Rennen schicken.“

Wenn ihm in dieser Situation sein Parteifreund Laschet den Innenministerposten anbiete, „ja dann kann ich doch nicht sagen – ,schön, aber ich habe was anderes vor’. Wenn man etwas verändern will, muss man Verantwortung übernehmen.“ Gerade das Thema innere Sicherheit ist Reuls Erfahrung nach für die Menschen im Land so wichtig, „dass ich diese Verantwortung sehr gerne übernehme.“ „Für Leichlingen in Europa“ - mit diesem Slogan hatte Herbert Reul im Europawahlkampf noch geworben.

Jetzt steht fest: Der Arbeitsort des bergischen CDU-Spitzenpolitikers ist künftig nicht mehr Brüssel oder Straßburg, sondern Düsseldorf. Die Familie stehe voll hinter seiner Entscheidung. Und in einem Punkt werde sie wohl sogar gegenüber der EU-Zeit profitieren, sagt Reul: „Ich bin künftig vermutlich mehr zu Hause.“ Dass der 64-Jährige den Job gut ausfüllen wird, davon ist sein politischer Weggefährte Rainer Deppe überzeugt: Die Berufung sei eine „großartige Nachricht für die Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis“, sagte der Landtagsabgeordnete. Reul sei erfahren und durchsetzungsstark. „Das kann für die Sicherheit im Land nur gut sein.“ Reul selbst wiederum lobt seinen künftigen Staatssekretär – den Kölner Polizeipräsidenten Jürgen Mathies. „Diese Berufung“, sagte Reul, „ist sowohl für mich als auch für das Land NRW ein absoluter Glücksfall.“

Sein 2003 angetretenes Amt als CDU-Bezirksvorsitzender will der Christdemokrat, der seine politische Karriere einst 1975 im Leichlinger Stadtrat begann, übrigens behalten. Von 1991 bis 2003 war er Generalsekretär der CDU NRW, seit 1987 Mitglied des Landesvorstands der Partei. Eine seiner Stärken ist das verständliche Aufbereiten komplexer Sachverhalte. Von 1981 bis 1985 arbeitete Herbert Reul als Lehrer.

Das Bergische Land ist jetzt nicht mehr im EU-Parlament vertreten. Für Reul rückt Dennis Radtke nach. Der 38-jährige Gewerkschaftssekretär aus Bochum gehört seit zehn Jahren dem Bundesvorstand der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), dem Sozialflügel der CDU, an.

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