Die Hauptschule hat ein erfolgreiches Berufsorientierungskonzept entwickelt. Geht es nach Leiter Rolf Schlierkamp, soll auch die neue Schulform das Erfolgsmodell übernehmen.

Bildung
In einer Handwerkerwoche haben elf Schüler unter Anleitung von Handwerkern (3. von links: Karl-Heinz Baur) ein Badezimmer gebaut.

In einer Handwerkerwoche haben elf Schüler unter Anleitung von Handwerkern (3. von links: Karl-Heinz Baur) ein Badezimmer gebaut.

Anna Schwartz

In einer Handwerkerwoche haben elf Schüler unter Anleitung von Handwerkern (3. von links: Karl-Heinz Baur) ein Badezimmer gebaut.

Langenfeld. Thorsten Zimmermann sagt es gerade heraus: „Ich hatte Bauchschmerzen, bevor ich herkam.“ Schließlich hatten sich die Jugendlichen beim Kennenlerntreffen zunächst gescheut, Stift und Papier in die Hand zu nehmen. „Als es dann aber losging, war ich überrascht, wie problemlos alles lief“, sagt der Leiter des städtischen Hausmeisterpools. Die elf Schüler der Felix-Metzmacher-Schule erstellten innerhalb weniger Tage im Foyer der Schule das Modell eines Badezimmers – mit Waschbecken, Toilette und Dusche.

Das Konzept besteht aus praktischen Übungen, Praktika und Berufspaten

Der Stolz ist den Jugendlichen der achten Jahrgangsstufe anzusehen. Gianluca (15) und Adam (16) erklären, wie sie das Vorwandsystem befestigt, Rohre verlegt und Fliesen angebracht, anschließend Waschbecken, Dusche und Toilette installiert haben. „Wir haben vorher gemeinsam geplant, wie alles aussehen soll“, sagt Gianluca. „Dafür, dass alle anfangs null Plan hatten, ist es toll geworden.“

Schulleiter Rolf Schlierkamp versteht das Projekt als einen weiteren Mosaikstein des erfolgreichen Berufsorientierungskonzepts. „In den vergangenen zwei Jahren hat jeder Absolvent, der eine Ausbildung suchte, auch eine bekommen“, sagt er. Der Erfolg ist auf Praktika und das Berufspatenprogramm zurückzuführen.

Am Freitag werden erste Ergebnisse zur neuen Schulform vorgestellt

„Wir haben vor Jahren erkannt, dass die Schere zwischen dem, was die Jugendlichen werden wollen und dem, was realistisch ist, weit auseinanderklafft“, sagt er. Dank der Programme bekommen die Schüler eine Vorstellung dessen, was möglich ist – und wo Stärken tatsächlich liegen.

Das Hauptschul-Modell an der Metzmacher Straße hat sich zum Erfolgs-Modell entwickelt. „Die Frage ist jedoch, wie lange es die Schule in dieser Form noch gibt“, sagt Schlierkamp und deutet auf das mögliche Auslaufen der Metzmacher-Hauptschule und der angrenzenden Gutenberg-Realschule hin – zugunsten einer neuen „Schule für alle“. Im Januar hatte sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die mit Unterstützung externer Experten über eine neue Schulform diskutiert und ein pädagogisches Konzept entwickelt. Am Freitag sollen erste Ergebnisse präsentiert werden.

Schlierkamp glaubt jedoch nicht an die Umsetzung einer neuen Schulform wie einer Sekundarschule. „Wenn die Eltern gefragt werden und letztendlich entscheiden, dann werden sie sich für eine zweite Gesamtschule aussprechen“, sagt er. Die Gesamtschule sei schon immer gefragt gewesen, habe Schüler aufgrund ihrer Auslastung ablehnen müssen. „Wir als Hauptschule waren immer nur die zweitbeste Lösung. Waren die Kinder aber erst mal da, waren die Eltern immer sehr zufrieden mit uns“, sagt Schlierkamp. „Deshalb hätten wir uns auch gut vorstellen können, als Nische bestehen zu bleiben.“

In jedem Fall hofft er jedoch darauf, dass die neue Schulform – welche auch immer das sein wird – das Berufsorientierungskonzept übernehmen wird. „Das hat sich bewährt. Das ist erfolgreich.“

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