Der Planungsausschuss befasst sich mit einem Neubau, der laut Beschlussvorlage an die Elbphilharmonie erinnert.

Der Planungsausschuss befasst sich mit einem Neubau, der laut Beschlussvorlage an die Elbphilharmonie erinnert.
Das „Plagiat“: An der Friedrichstraße soll dieser 15-stöckige Neubau entstehen. Grafik: Lindner Architekten

Das „Plagiat“: An der Friedrichstraße soll dieser 15-stöckige Neubau entstehen. Grafik: Lindner Architekten

Das „Original“: Die Elbphilharmonie in Hamburg.

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Das „Plagiat“: An der Friedrichstraße soll dieser 15-stöckige Neubau entstehen. Grafik: Lindner Architekten

Monheim. Die Hamburger Elbphilharmonie steht sinnbildlich für ausufernde Kosten und erhebliche Bauverzögerungen. Trotz dieser eher negativen Assoziationen scheut die Stadt Monheim nicht den Bezug. So erinnere die markant aufwärts geschwungene Dachlinie des geplanten Neubaus auf dem Grundstück der Postfiliale an der Friedrichstraße 2 und des Nachbargrundstücks „an die Silhouette der Elbphilharmonie“, heißt es in der Vorlage zur nächsten Planungsausschusssitzung. Der Ausschuss soll am Donnerstag daher diejenige der vier vom Architekturbüro Lindner ausgearbeiteten Varianten beschließen, die nach Ansicht der Verwaltung am ehesten die Zielvorgabe erfüllt, „einen Leuchtturm an der Schnittstelle der zentralen Innenstadt zum Berliner Viertel“ zu bilden. Eigentlich ist uns der Vergleich auch nicht so recht“, sagt Peter Möller von Lindner Architekten. „Die Form ergab sich einfach aus der städtebaulichen Situation. Wir wollten die Ecke als Eingangstor betonen.“

Im Massenmodell stößt der Gebäudekomplex wie ein hochgezogener Schiffsbug in die Städtelandschaft. Zwei Häuserzeilen stehen im spitzen Winkel zueinander. Die dreiteilige Zeile am Berliner Ring steigt von West nach Ost von zwölf auf 15 Geschosse an, die zwei Gebäude an der Friedrichstraße schwingen sich steiler von zehn bis zum Hochpunkt an der Ecke hinauf. Bei einer ähnlichen Variante hatten die Architekten im Übergang zur Bestandsbebauung nur sieben bis acht Geschosse vorgesehen. Dies hätte nach Ansicht der Verwaltung eine „zu große Lücke“ verursacht, die dann eines zusätzlichen Gestaltungskonzeptes bedurft hätte.

„Eigentlich ist uns der Vergleich nicht so recht.“

Peter Möller von Lindner Architekten

Der Projektentwickler, die S.A.N Investment GmbH, hat beide Grundstücke bereits erworben. Die Post nutzt das Gebäude Friedrichstraße 2 derzeit noch als Verteilzentrum. „Sowohl die Post als auch Kik verfügen über Mietverträge, die noch Jahre laufen“, sagt Sonja Köhler, Assistentin der Geschäftsführung. „Wir sind mit der Post im Gespräch über alternative Standorte.“ Man würde am liebsten sofort anfangen, sobald das Planungsrecht angepasst ist.

In dem Komplex, der auch mit einer Tiefgarage ausgestattet sein wird, sollen 180 Wohnungen entstehen. „Wir möchten für alle Gesellschaftsschichten Wohnraum schaffen: von der alleinlebenden Seniorin mit kleiner Rente bis zum Banker mit Großfamilie“, sagt Sonja Köhler, In den obersten Stockwerken mit Rheinblick liegen dann die Wohnungen mit dem höchsten Ausstattungsniveau. Im Erdgeschoss werden entlang der Friedrichstraße Flächen für Einzelhandel und Gastronomie vorbehalten sein. Angst vor Leerstand habe der Investor nicht, so Köhler. „Es gibt genügend Firmen, die grundsätzlich das Interesse haben, nach Monheim zu kommen. Wir sorgen dafür, dass auch das Umfeld passt.“ Die Stadt entwickele sich derzeit rasant. „Wir machen hier im Viertel einen Anfang.“

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