Benjamin Floer hat sich für Gott, aber gegen das Zölibat entschieden. Er spricht als Pastoralassistent besonders die Jugend an.

Pastoralassistent Benjamin Floer (27) hat Langenfeld schätzen gelernt.
Pastoralassistent Benjamin Floer (27) hat Langenfeld schätzen gelernt.

Pastoralassistent Benjamin Floer (27) hat Langenfeld schätzen gelernt.

Anna Schwartz

Pastoralassistent Benjamin Floer (27) hat Langenfeld schätzen gelernt.

Langenfeld. Sein Vorgänger, Diakon Torsten Hohmann, hat sich nach den Sommerferien von der Gemeinde St. Josef und Martin getrennt. Er will Priester werden. Bekennt sich zum Zölibat. Pastoralassistent Benjamin Floer hat sich für einen anderen Weg entschieden. Er ist mit Katharina verheiratet, Kinder wollen er und sein Frau auch gerne haben.

Seit dem 1. September ist er in Langenfeld tätig, hat die Stadt schätzen gelernt. Und die acht Kirchen liebt er besonders. „Jede ist anders“, sagt der 27-Jährige. Die Kirche St. Josef mitten in der Stadt sagt ihm besonders zu. Neben der Gottesmutter Maria ginge Josef oft unter. „Dabei hatte er ein tiefes Vertrauen in Gott“, so der Pastoralassistent. Floer ist in Wuppertal aufgewachsen.

Sein Entschluss, Theologie zu studieren, fiel in der sechsten Klasse. „Mach’ das“, stützten ihn seine Eltern. „Kann man damit wirklich Geld verdienen“, fragte hingegen der Rest der Verwandtschaft. Floer ließ sich nicht beirren. Der Wunsch, Theologie zu studieren, ließ ihn nicht mehr los.

„Der Beruf macht mich glücklich, er enthält alles.“

Benjamin Floer

Nach dem Studium in Münster trat er seine erste Stelle als Pastoralassistent in Wuppertal an. Und jetzt Langenfeld. Zu seinen Aufgabengebieten gehören die Schulgottesdienste, die Mitarbeit in der Jugend St. Josef, die Kinderfreizeit und Jugendseelsorgerkonferenz. Er ist für die Öffentlichkeitsarbeit inklusive Facebook zuständig.

Dass es schwierig ist, die acht Kirchen zu einer Großgemeinde zusammenzuführen, hat er schnell gespürt. Er versteht, dass die Menschen enttäuscht waren, als ihr geliebter und gewohnter Gottesdienst am Sonntag in mancher Kirche ausfiel. Doch im neuen Konstrukt steckten auch Chancen.

Die Glocken vom Kölner Dom als Handyklingelton

Benjamin Floer ist in Wuppertal aufgewachsen und hat in Münster Theologie studiert. Stationen waren Jugendbildungsstätten und das Benediktinerkloster Gerleve in Westfalen.


Floer wird nach der Assistentzeit Pastoralreferent. Das ist die Bezeichnung für einen Beruf in der katholischen Kirche. Er wird von Frauen und Männern ausgeübt, die normalerweise über einen theologischen Hochschulabschluss (in der Regel ein Diplom) und eine kirchliche Ausbildung verfügen.

Die Jugend würde mit diesen Problemen leichter umgehen, sie gehen aufeinander zu, sagt er. Doch neben allen organisatorischen Hürden ist für Floer die Verbundenheit zu Gott das Wichtigste. „Der Herr ist mein Hirt“, der Anfang des Psalms steht an der Eingangstür der Wohnung. Im Arbeitszimmer sind ein kleiner Altar und eine Bibelsammlung aufgebaut. Dort betet er regelmäßig. „Gott trägt mich durch den Tag“, sagt er. Und nach manch schwerer Stunde findet er Ruhe im Gebet.

„Der Beruf macht mich glücklich, er enthält alles“, so der Pastoralasistent. Er will Jugendlichen Mut machen, Theologie zu studieren. Der Flyer „Schock deine Eltern, studier’ Thelogie“ liegt zu Dutzenden in seinem Zimmer. In der Freizeit spielt Floer noch Theater, dann zieht es ihn zu der Gruppe in Wuppertal zurück. Das Wandern mit Rucksack in den Ferien ist ihm kostbar, er liebt es auch, mal gar nichts tun. Dann stellt er auch das Handy ab, dessen Klingelton originell ist. Die Wandlungsglocke vom Kölner Dom. „Das Geräusch stört selbst während einer Messe nicht, sollte ich vergessen haben, das Handy auszustellen.“

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