Die Grammer AG wird das ehemals riesige Werk an der Industriestraße schließen. Ein neuer Standort für weniger Mitarbeiter wird in der Region gesucht.

Ehemals der größte Arbeitgeber Langenfelds: Grammer, früher Butz, schließt die Tore an der Industriestraße für immer.
Ehemals der größte Arbeitgeber Langenfelds: Grammer, früher Butz, schließt die Tore an der Industriestraße für immer.

Ehemals der größte Arbeitgeber Langenfelds: Grammer, früher Butz, schließt die Tore an der Industriestraße für immer.

Anna Schwartz

Ehemals der größte Arbeitgeber Langenfelds: Grammer, früher Butz, schließt die Tore an der Industriestraße für immer.

Langenfeld. An der Industriestraße 55 geht in einem Jahr ein großes Stück Langenfelder Unternehmensgeschichte zu Ende. Dann schließt die Grammer AG dort für immer die Werkstore. Dabei galt der Standort einst als größter Arbeitgeber der Stadt mit fast 1000 Beschäftigten. Sie produzierten für die Automobilindustrie.

Damals gehörte das Werk und ein zweiter Betrieb an der Kronprinzstraße der Familie Butz. Schließlich wurde 1998 an Grammer verkauft. Der Konzern strukturierte komplett um. Die einzig gute Nachricht: Die übrig gebliebenen 84 Mitarbeiter an der Industriestraße verlieren größtenteils bis auf neun nicht ihren Job. Die Abteilung wird geschrumpft weitermachen – allerdings nicht mehr an der Industriestraße.

„Spätestens Ende 2012 werden wir den Standort verlassen. Derzeit wird ein Sozialplan erstellt. Künftig sollen es neun Mitarbeiter weniger sein“, sagt Ralf Hoppe. Der Pressesprecher der Grammer AG mit Hauptsitz im bayerischen Amberg nennt Platzgründe als Hauptargument.

Mietvertrag läuft in einem Jahr aus

„Wir brauchen ein so großes Werk nicht mehr. Wir wollen uns verkleinern und suchen im Umkreis von zehn bis 20 Kilometern einen neuen Standort zur Miete. Die Mitarbeiter sind informiert“, erläutert Hoppe.

Das mehrere tausend Quadratmeter große Grundstück ist gemietet. Der Vertrag läuft bis 30. November 2012 – also fast genau noch ein Jahr. Auch der neue Standort soll gemietet werden. „Wir sind auf der Suche“, sagt Hoppe.

Die Grammer AG hat ihren Hauptsitz in Amberg (Bayern). Weltweit sind 8500 Mitarbeiter an 30 Standorten beschäftigt. Der Konzern ist börsennotiert und hat etwa eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr. Grammer kaufte Butz 1998.

„Anfangs hatten wir befürchtet, dass es noch mehr Kollegen treffen wird. Es ist immer noch schlimm. Aber wir werden versuchen, bei den Gesprächen das Beste rauszuholen“, sagt Reiner Ingelberg im WZ-Gespräch. Er ist Mitglied des Betriebsrats und seit 27 Jahren im Unternehmen. In Langenfeld werden Kopfstützen für Autos entwickelt.

„Die Stimmung hier ist eine Katastrophe. Viele sind verunsichert“, schildert es ein anderer Mitarbeiter, der ebenfalls schon lange dabei ist. „Ich glaube, das ist der dritte Sozialplan, den ich jetzt schon seit der Übernahme durch Grammer mitmache. Bisher hatte ich mehr Glück als manch ein anderer Kollege. Aber jetzt sieht es nicht so gut aus“, sagt er.

„Was ist nur aus dem Betrieb geworden. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als wir unter Butz ein Riesenladen waren“, erinnert sich der Mitarbeiter an gute Zeiten.

Was aus dem Grundstück an der Industriestraße wird, ist derzeit unklar. Laut Betriebsrat Ingelberg gehört es Familie Butz.

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