Etwa vier Millionen Briefe pro Tag gehen in der Weihnachtszeit im Briefzentrum ein. Neue Maschinen sorgen für Entlastung.

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600 Mitarbeiter plus 50 Aushilfen arbeiten in der Vorweihnachtszeit im Briefzentrum Langenfeld.

600 Mitarbeiter plus 50 Aushilfen arbeiten in der Vorweihnachtszeit im Briefzentrum Langenfeld.

Die neue Großbriefsortiermaschine steht seit Mitte Oktober in Langenfeld.

Anna Schwartz, Bild 1 von 2

600 Mitarbeiter plus 50 Aushilfen arbeiten in der Vorweihnachtszeit im Briefzentrum Langenfeld.

Langenfeld. Die Maschinen rattern, unzählige gelbe Boxen schweben auf Fließbändern durch die 16 000 Quadratmeter große Halle, bahnen sich ihren Weg durch Tunnel und über Brücken. Wilfried Mooren macht seinen Kontrollgang.

Seit sieben Jahren ist er Chef im Briefzentrum. Sieben Weihnachten hat er bei der Post erlebt und weiß, worauf sich Personal und Maschinen einstellen müssen. „Normalerweise gehen hier in 24 Stunden rund drei Millionen Briefe ein. Montag und Dienstag waren es knapp fünf Millionen“, sagt er. „Am Wochenende vor Weihnachten schreiben die Menschen erfahrungsgemäß ihre Karten und Briefe.“

600 Mitarbeiter arbeiten im Langenfelder Briefzentrum, in der Weihnachtszeit kommen rund 50 Aushilfskräfte hinzu, überwiegend Studenten. Bis 20 Uhr gehen die Sendungen in der Briefordnerei ein, dort werden sie sortiert und gestempelt. „Ab spätestens 22 Uhr gehen die Fahrten raus“, sagt Mooren.

Aufrüstung des Maschinenparks: Operation am offenen Herzen

Die Briefe werden zu anderen Briefzentren in ganz Deutschland gefahren, von dort aus werden sie an die einzelnen Poststellen geliefert. Die Briefe, die an Empfänger im Kreis Mettmann adressiert sind, bleiben erst einmal in Langenfeld. Sie werden frühmorgens in die Postbezirke verteilt.

Das alles ist Routine für Wilfried Mooren. Und doch gibt es in diesem Jahr eine Veränderung. Das Briefzentrum bekam neue Großanlagen. Die eine bearbeitet Briefe im Standardformat, die andere, die Mitte Oktober aufgebaut wurde, Großbriefe.

30 000 Sendungen schafft die neue Großbriefsortieranlage pro Stunde. Die alte kam auf 9000. Die Maschine für Standardbriefe schafft jetzt 40 000, die alte 30 000.

50 Meter lang, 25 Meter breit und 6,20 Meter hoch ist diese Anlage. Für den Transport ihrer Komponenten aus verschiedenen Siemens-Werken waren pro Anlage 28 Lkw-Fahrten notwendig. Noch mal so viele werden es im Frühjahr sein, wenn eine weitere Anlage dieses Typs im Briefzentrum an der Elisabeth-Selbert-Straße aufgebaut wird.

„Wir arbeiten da immer am offenen Herzen, also während des laufenden Betriebs“, sagt Mooren. Erst wenn die neue Anlage im April steht, wird die letzte „alte Maschine“ abgebaut. Zu groß ist das Risiko, dass eine technische Störung auftritt – und die Post nicht auf andere Anlagen ausweichen könnte.

Weniger Kraftaufwand für die Mitarbeiter

Mit den neuen Anlagen bringt das Briefzentrum seinen Maschinenpark auf den modernsten Stand. „Neun Millionen Euro wurden in den Standort investiert“, sagt Mooren. Beim Weihnachtsgeschäft sind sie eine wesentliche Erleichterung – Personal ersetze sie jedoch nicht. „Die Maschinen machen die Arbeit effizienter“, sagt Mooren.

Sie können in weniger Zeit mehr Briefe bearbeiten. Für die Mitarbeiter ist beispielsweise weniger Kraftaufwand nötig. „Früher mussten die schweren Postbehälter auf die Transportbänder gedrückt werden. Das übernimmt jetzt die Maschine“, sagt Mooren.

Und auch für die vielen Zusteller leisten die Maschinen Vorarbeit: Sie sortieren die Briefe nach dem Dienstweg des Zustellers. „Der Ablauf ist reibungsloser“, sagt Mooren: „Eine Maschine macht einfach weniger Fehler als der Mensch.“

Mooren schlendert an der neuen Großbriefsortieranlage vorbei. Im Inneren der Maschine laufen zwei Bänder in entgegengesetzter Richtung. Oben ein Taschenkranz mit den Sendungen, unten die Postboxen.

Die Maschine erkennt die Postboxen jedes Zustellbezirks und lässt die Sendungen an der richtigen Stelle fallen. Am Ende des Transportweges werden die Boxen abgestellt und in einer zweiten Runde entsprechend der Zusteller-Wege sortiert. Dann geht es weiter zu den Postautos und auf die Straße.

„Dank der Maschinen waren wir Montag am Großkampftag 45 Minuten schneller fertig“, sagt Mooren. Und er ist sich sicher, dass auch seine Weihnachtspost im Bekanntenkreis angekommen ist.

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