Brand
In dieser Wohnung im zweiten Stock (Bildmitte) spielte sich das Drama ab.

In dieser Wohnung im zweiten Stock (Bildmitte) spielte sich das Drama ab.

Dirk Thomé

In dieser Wohnung im zweiten Stock (Bildmitte) spielte sich das Drama ab.

Langenfeld. Je weiter der Tag fortschreitet, um so größer wird das Ausmaß des Feuerdramas von Langenfeld. Denn mit jeder Stunde kommen mehr und mehr Informationen ans Tageslicht, wie es zu dem Brand mit vier Toten an der Opladener Straße in Langenfeld kam.

Zunächst hatte es ausgesehen, als ob bei einem Wohnungsbrand eine vierköpfige Familie, zwei Erwachsene und zwei kleine Kinder, im Schlaf ums Leben gekommen sei. Doch schnell stießen die Polizisten auf Spuren, die gegen einen Unfall sprachen, der Verdacht richtete sich bald gegen den 34-jährigen Familienvater. Er soll zunächst seine Familie getötet und dann das Feuer im Haus gelegt haben, bei dem er selber ums Leben kam.

Doch ein im Internet aufgetauchter Abschiedsbrief, der der WZ in Auszügen bekannt ist, macht das ganze Ausmaß der Ereignisse deutlich. Dem Schreiben zufolge, dessen Existenz die Staatsanwaltschaft bestätigte, über dessen Inhalt aber Stillschweigen bewahrt wurde, soll sich das Drama über mehrere Tage abgespielt haben.

Die Tat soll sich über einen längeren Zeitraum abgespielt haben

So soll der 34-Jährige zunächst seine 33-jährige Partnerin und die neun Monate alte Tochter getötet haben. Die genaue Todesursache ist weiter unklar, möglicherweise wurden die Frau und das Mädchen betäubt oder erstickt. Mit seinem fünfjährigen Sohn soll der Mann dann noch einen weiteren Tag in der Wohnung verbracht haben, bevor er auch ihn tötete. Das geht aus dem anscheinend in Etappen verfassten Schreiben im Internet hervor. Der Zugriff auf das Dokument wurde mittlerweile gesperrt. Als letztes Lebenszeichen des Fünfjährigen gilt die Beobachtung einer Nachbarin. Sie will den Jungen noch am Donnerstagabend winkend am Fenster gesehen haben.

Wohl um seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen und um die Tat zu verschleiern soll der Mann in den Morgenstunden des Freitags Feuer in der Wohnung gelegt haben. Dabei soll er durch eine Rauchvergiftung ums Leben gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wollte diese Informationen am Freitag nicht bestätigen. Auch zur Echtheit des mutmaßlichen Abschiedsbriefes wollte man sich vorerst nicht äußern. Von der Polizei hieß es, die genauen Umstände des Todes der einzelnen Personen seien nach wie vor nicht abschließend geklärt. Eine Obduktion soll für Klarheit sorgen.

Offen ist immer noch das Motiv für die schreckliche Tat. Der 34-Jährige nannte keine konreten Gründe für sein Handeln. Im Schreiben ist die Rede von einer unbegreiflichen Situation.