Nach dem Dachstuhlbrand am Nikolaustag in Alt Langenberg kommen Fragen auf, ob das Dach richtig gedeckt war.

Nach dem Dachstuhlbrand am Nikolaustag in Alt Langenberg kommen Fragen auf, ob das Dach richtig gedeckt war.
Gleich nach dem Feuer wurden Dachdecker mit der Reparatur des Nachbardaches beauftragt. Archiv

Gleich nach dem Feuer wurden Dachdecker mit der Reparatur des Nachbardaches beauftragt. Archiv

Matzerath

Gleich nach dem Feuer wurden Dachdecker mit der Reparatur des Nachbardaches beauftragt. Archiv

Langenfeld. Nach dem Brand eines Reihenhauses in Berghausen vor zwei Wochen hat ein Dachdecker Nachlässigkeiten der eigenen Branche beklagt. Mit Blick auf das in unserer Zeitung abgebildete Foto des zerstörten Dachstuhls kritisierte der Fachmann, der seinen Namen nicht nennen wollte, dass die Holzlatten der benachbarten Reihenhäuser durchlaufen. „Wären die Dachlatten durch Mörtel sowie Blechwinkel an den Endstücken der Hölzer voneinander getrennt gewesen, hätten die Flammen unter den Dachpfannen nicht vom einen aufs andere Haus übergegriffen.“

Flammen griffen rechts und links über

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte am frühen Morgen des Nikolaustags waren die Flammen in dem Haus in der Straße Alt Langenfeld bereits aus dem Dachgeschoss geschlagen. Obwohl die Feuerwehr sofort mit dem Löschen begann, griffen die Flammen rechts und links auf die beiden benachbarten Dachstühle über. Die Holzlatten unter den Ziegeln verlaufen quer über alle Häuser – und einige gerieten eben in Brand.

„Die durchgehende Lattung bei solchen Häusern verstößt nicht gegen einschlägige Bestimmungen“, sagt indes Joachim Spiegel, Referatsleiter bei der städtischen Bauaufsicht. Das bestätigt Marcus Jagieniak, stellvertretender Feuerwehrleiter und Fachmann für vorbeugenden Brandschutz. Die Landesbauordnung fordere zwischen Reihenhäusern lediglich eine brandschutz-technische Trennwand „bis unter die Dachdeckung“. Im Gegensatz dazu werde in höheren Wohngebäuden oder Industriebauten eine Brandschutzwand gefordert, „die mindestens 30 Zentimeter übers Dach geführt wird“. Der Unterschied wird – so Spiegel - damit begründet, dass in „Gebäuden geringer Größe“ (bis zur Höhe von sieben Metern) die Feuerwehr mit Anstellleitern relativ schnell Brände bekämpfen und eine Ausbreitung auf Nachbargebäude verhindern kann. Die fertige Trenn- oder Brandschutzwand in Häusern wird allerdings nicht kontrolliert.

Vielmehr bestätigt der vom Bauherrn beauftragte Architekt mit seiner Unterschrift gegenüber der Bauaufsichtsbehörde, dass die gesetzlichen Vorschriften, und dazu gehören auch die genannten Brandschutzregeln, eingehalten werden. Der Aufwand für eine Kontrolle sei nicht zu leisten, heißt es aus dem Rathaus. Befragte Bauträger räumen offen ein, dass die Trennung der Latten oder sogar Metallstücke beim Übergang zwischen den Häusern aufwändiger und teurer wäre.

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