Der Kunstverein hat einen Sicherheitsdienst engagiert. Auch die Polizei ist präsent.

Langenfeld. Ungeachtet des Sturms der Entrüstung, den das in Langenfeld erstmals ausgestellte Erdogan-Bild des Bananensprayers Thomas Baumgärtel entfacht hat, bleibt Beate Domdey-Fehlau abgetaucht. Weiterhin lässt die Kuratorin des Kunstvereins Langenfeld (KVL) Anfragen nach Interviews unbeantwortet. Seit gestern ist im KVL-Ausstellungsraum, wo das umstrittene Bild mit der Banane im nackten Hinterteil des türkischen Präsidenten zu sehen ist, ein privater Sicherheitsdienst präsent. Und draußen lassen sich immer wieder uniformierte Polizisten blicken.

Immerhin hat Domdey-Fehlau für den KVL eine schriftliche Mitteilung verfasst. Danach sei vor Beginn der am vergangenen Samstag eröffneten Ausstellung („Politische Bilder“) diskutiert worden, besagtes Erdogan-Bild auszustellen. Die von Baumgärtel angeprangerte „Unterdrückung der Meinungsfreiheit in der Türkei“ sei ein wichtiges Thema, das in der Ausstellung nicht fehlen sollte. Die Brisanz sei dem KVL bewusst gewesen, so Domdey-Fehlau. „Die Art der Darstellung ließ kontroverse Reaktionen erwarten.“

Die Kuratorin widersprach einer Äußerung Baumgärtels, dass der KVL das Bild womöglich aus der Ausstellung entfernen lassen wolle. „Das hat der Kunstverein zu keinem Zeitpunkt erwogen und dies auch dem Künstler in aller Deutlichkeit mitgeteilt, zuletzt am Mittwoch.“ Gleichwohl sei der KVL wegen der Drohungen etwa in den sozialen Medien im Gespräch mit Stadtverwaltung und Polizei. Ausdrücklich betonte Domdey-Fehlau, dass das Erdogan-Bild keine pauschale Kritik an Muslimen darstelle. Dies unterstrich KVL-Vorstandsmitglied Elke Tenderich-Veit, die gestern als ehrenamtliche Ansprechpartnerin die besagte Ausstellung beaufsichtigte.

Die politischen Bilder von Bananensprayer Baumgärtel im Langenfelder Kunstraum sind übrigens käuflich zu erwerben. Das Erdogan-Bild „Unter der Gürtellinie“ kostet 5250 Euro.

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