Inhaber Dimitrius Nikodimopulos muss Ende Mai sein Ladenlokal verlassen. An der Solinger Straße entsteht Wohnraum.

Der Imbiss an der Solinger Straße muss wegen des Abrisses des Gebäudes Ende Mai schließen.
Der Imbiss an der Solinger Straße muss wegen des Abrisses des Gebäudes Ende Mai schließen.

Der Imbiss an der Solinger Straße muss wegen des Abrisses des Gebäudes Ende Mai schließen.

Anna Schwartz

Der Imbiss an der Solinger Straße muss wegen des Abrisses des Gebäudes Ende Mai schließen.

Langenfeld. „Einmal Gyros mit Pommes, bitte“ – diese Bestellung könnte Dimitrius Nikodimopulos bald zum letzten Mal gehört haben. Zumindest in seinem griechischen Imbiss „El Greco“ an der Solinger Straße, den er und seine Frau seit 16 Jahren leiten. Denn Ende Mai müssen sie aus dem Haus raus.

Der Eigentümer hat an den Korschenbroicher Bauträger Gewerbe- und Wohnungsbau (GWB) verkauft. Der lässt abreißen und neue Wohnhäuser auf dem Gelände bauen.

Ursprünglich sollte der Inhaber seinen Laden direkt schließen

Denn es soll viel passieren an der Solinger Straße. Innenstadtpotenziale nutzen und mehr Wohnraum in Citynähe schaffen – so die Ziele von Stadt und Eigentümer. Dazu sollen Baulücken geschlossen und alte Gebäude abgerissen werden. So auch das alte Backsteinhaus, in dem die Familie Nikodimopulos seit 16 Jahren Mieter ist und sogar mal gewohnt hat.

Die Gastronomen sind die Verlierer der Erneuerungen an der Opladener Straße. Im vergangenen Sommer seien sie in die Pläne eingeweiht worden, erzählt Nikodimopulos. Wäre es nach ihrem alten Vermieter gegangen, hätten sie einen Tag später bereits auf der Straße gesessen, sagt er.

Die Sache geht im sichtlich nah, denn seine Existenz steht auf dem Spiel. Inzwischen ist klar: Der Mietvertrag läuft noch bis Mai. Dann aber stehen das Ehepaar und ihre vier Angestellten ohne Arbeit da, wenn sie bis dahin kein anderes Objekt gefunden haben.

Ende April wird der neue Eigentümer des Geländes zwischen Solinger-, Lessing- und Uhlandstraße, die Gewerbe- und Wohnungsbau GmbH aus Korschenbroich, den Bauantrag bei der Stadt einreichen. Erfahrungsgemäß dauere es dann sechs Wochen, bis der Antrag genehmigt wird, so Geschäftsführer Ingo Buchmayer. Dann beginnt seine Firma mit der technischen Planung. Im Sommer könnte dann voraussichtlich mit dem Abriss begonnen werden.</p><p><span class="Fettschrift"></span>  </p>

Mit dem Neubau der Mehrfamilienhäuser wird eine größere Baulücke in der Innenstadt geschlossen. Wohnungen in dieser Lage sind begeht.

Ende April will Ingo Buchmayer, Geschäftsführer von GWB, den Bauantrag bei der Stadt einreichen. Viergeschossige Gebäude mit 30 Wohneinheiten sollen entlang der Solinger Straße entstehen, die Fassade geschlossen werden. Im rückwärtigen Bereich werden Mehrfamilienhäuser mit bis zu 20 Wohnungen gebaut. Zur Uhlandstraße wird dann die Einfahrt zu einer privaten Tiefgarage für die Anwohner entstehen.

Einzug in den Neubau ist „eher unwahrscheinlich“ Die Wohnungen sollen zwei bis vier Zimmer und großzügige Balkone zur Südseite bekommen sowie eine Solaranlage auf dem Dach, so die Pläne des Bauträgers. Die letzte Hoffnung des Griechen: Der aktuelle Bebauungsplan weist an der Solingerstraße ein Mischgebiet aus.

Ein Einzug der Imbissbude wäre somit im Neubau theoretisch möglich. Denn ein Mischgebiet ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Geschäften im Erdgeschoss und Wohnungen in den oberen Geschossen. Als „eher unwahrscheinlich“ bewertet das jedoch Bauherr Ingo Buchmayer.

Bisher hat Nikodimopulos noch kein neues Ladenlokal gefunden. „Es ist schwierig heutzutage“, sagt der Inhaber. Die Wirtschaftsförderung habe ihm eine Liste mit leerstehenden Ladenlokalen gegeben, die geeignet sind. Das Ehepaar hat schon ein paar Objekte besichtigt, doch der Mietpreis sei überall ein Problem. Sie sind enttäuscht. „16 Jahre lang haben wir pünktlich unsere Miete bezahlt und nie eine Renovierung des alten Gebäudes gefordert.“

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