Im Rahmen der Jahresübung haben etwa 150 Feuerwehrleute sowie Helfer des Deutschen Roten Kreuzes und der Malteser in Richrath ihre Zusammenarbeit geprobt. Auch einen echten Notfall gab es.

Die Langenfelder Feuerwehrleute und Hilfsdienste hatten bei der gemeinsamen Großübung am Krankenhaus St. Martinus viel zu tun.
Die Langenfelder Feuerwehrleute und Hilfsdienste hatten bei der gemeinsamen Großübung am Krankenhaus St. Martinus viel zu tun.

Die Langenfelder Feuerwehrleute und Hilfsdienste hatten bei der gemeinsamen Großübung am Krankenhaus St. Martinus viel zu tun.

Matzerath

Die Langenfelder Feuerwehrleute und Hilfsdienste hatten bei der gemeinsamen Großübung am Krankenhaus St. Martinus viel zu tun.

Langenfeld. Um 9.51 Uhr ist am St. Martinus-Krankenhaus das erste Martinshorn zu hören. Brandalarm im Keller – ein Großeinsatz für die Feuerwehr. Mehr als 150 haupt- und ehrenamtliche Kräfte rücken aus, knapp 50 Fahrzeuge setzen sich in Richtung Richrath in Bewegung. Um 10.11 Uhr finden zwei Feuerwehrleute im laut Übungslage, völlig verrauchten Keller die erste, leblos am Boden des Heizungsraums liegende Person. Kurze Zeit später wird ein bewusstloser Techniker entdeckt. Dafür bekamen die Retter nach ihrer fünfstündigen Jahresübung am Samstag ein Extralob vom Vizebrandmeister des Kreises, Mirco Braunheim.

Die Belastung bei der Übung steht der Realität in nichts nach

Für dramatische Minuten sorgt während der Übung ein echter Notfall: Beim Bergen einer 80 Kilogramm schweren Verletztenpuppe, auf allen vieren vorantastend, unter 16 Kilogramm schwerem Atemschutzgerät und mit einer Binde vor dem Helmvisier, schwinden einem Feuerwehrmann kurzzeitig alle Sinne. Eine echte Kreislaufschwäche. „Ich habe heute Morgen nicht gefrühstückt, weil ich nicht mit vollem Magen üben wollte“, sagt der Betroffene zerknirscht, als sich Feuerwehrwehrchef Marcus Jagieniak kurze Zeit später nach seinem Befinden erkundigt. Solche Situationen können im Ernstfall immer wieder vorkommen, weiß Stadtbrandinspektor Jagieniak: „Und es zeigt, dass die Belastung hier bei der Übung der in einem Ernstfall in nichts nachsteht.“

Für die große Jahresübung hatte sich das Martinus-Krankenhaus selbst angeboten. Drei Szenarien sind miteinander verwoben: Feuer und dichter Rauch im Keller. Von dort dringt Qualm in die Station 1 Ost ein – eine kritische Situation, in der das Krankenhaus die Evakuierung einer kompletten Station übt. Patienten machen anfangs mit und werden dann gegen Verletztendarsteller ausgetauscht – DRK- und Malteser-Jugend. Schließlich: Behandlung von Verletzten und Transport zu umliegenden Hospitäler – das ist eine Aufgabe für die Hilfsorganisationen und die Notärzte.

„Ich habe heute Morgen nicht gefrühstückt, weil ich nicht mit vollem Magen üben wollte.“

Feuerwehrmann, der bei der Übung echte Kreislaufprobleme hatte

„Es geht um das Zusammenspiel von Feuerwehr, Krankenhauspersonal und Hilfsorganisationen“, erläutert Wolfram Polheim. Damit im Klinikbetrieb niemand Panik bekommt, weisen große Plakate auf die Übung hin. Während Feuerwehrleute mit verbunden Augen durch den Keller kriechen, bereitet sich zwei Stockwerke höher Nadine Selkmann auf ihre Rolle vor: „Ich bin 70 Jahre alt“, sagt die 22-Jährige von den Maltesern, „habe einen hohen Puls und bin verwirrt.“

Ärzte teilen Verletzte nach ihrem Gesundheitszustand ein

Zusätzlich zu der Identitätskarte mit der Nummer „ME-1195“ dokumentiert ein großes Blatt den simulierten Gesundheitszustand. Wenige Minuten später rutscht Nadine im Flur nach vorne – das bedeutet, ihr Zustand hat sich verschlechtert. Im Notfall müssen Ärzte und Sanitäter die Verletzten nach Dringlichkeit einteilen. Wessen Leben akut bedroht ist, wird zuerst behandelt.

Nach Kaffee und Suppe wurden Feuerwehrfahrzeuge und Geräte wieder einsatzbereit gemacht. Beteiligt an der Großübung am Richrather Krankenhaus waren alle Löschzüge Langenfelds und die Hauptwache, auf der eine eigene Mannschaft für echte Notfälle bereitstand. Eine Nachbesprechung folgt im Laufe dieser Woche.

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