Fünf Jahre ist es her, dass „Wir in Langfort“ am Einkaufszentrum einen Wochenmarkt ins Leben rief.

Langenfeld
Viel ist nicht mehr übrig geblieben vom Langforter Markt.

Viel ist nicht mehr übrig geblieben vom Langforter Markt.

Ralph Matzerath

Viel ist nicht mehr übrig geblieben vom Langforter Markt.

Mittwochmorgen, Ursula Boll schiebt ihren Rollator durchs Einkaufszentrum Langfort. „Ich hätte hier gerne etwas Gemüse am Marktstand eingekauft“, sagt die 84-Jährige. Sie parke regelmäßig mit ihrem Auto am Freizeitpark für einen Spaziergang, bei dem sie dann noch die eine oder andere Besorgung tätigen kann. Doch diesmal wird die Langenfelderin nicht fündig. Denn zuverlässig jede Woche ist der Obst- und Gemüsehändler nur noch samstags in Langfort.

Fünf Händler waren es zu Beginn

Zusammen mit einem Metzger ist er der letzte Händler des vor fünf Jahren ins Leben gerufenen Wochenmarkts. Fünf Händler waren es zu Beginn, in der Spitze sollen es sogar sieben gewesen sein. „Seitdem ist es Stück für Stück gebröckelt“, sagt Heinz Klüsner. Der 64-Jährige macht in dem Laden- und Wohnzentrum, das einer privaten Eigentümergemeinschaft gehört, sauber und verdienst sich so als Rentner ein paar Euro hinzu. Ein „Einkaufs“-Zentrum ist der Komplex zwischen der Straße „Zum Stadion“ und dem Freizeitpark indes nur noch sehr bedingt. Zwar gibt es hier unterhalb der bis zu vier Obergeschosse mit Wohnnungen insgesamt rund 30 Ladenlokale, doch finden sich darin nur noch vier eigentliche Einzelhändler: neben der Netto-Filiale und der Linden-Apotheke ein Bäcker (Gorny) und die Partyservice-Metzgerei Wirtz.

Der letzte, der hier im vorigen Jahr dichtmachte, war ein Schreibwarenladen. An dieser Ecke gähnt jetzt ebenfalls der Leerstand, so wie an mindestens fünf weiteren Stellen. Ansonsten haben sich vor allem Dienstleister eingemietet: von der türkischen Fluglinie über ein Sonnenstudio und eine Heilpraktikerin bis hin zu Friseuren und einem Immobilienhändler. Auch Gastronomie gibt es, vom „Asia Bistro“ bis zum „Restaurant am Park“. „Das Einkaufszentrum ist unser Sorgenkind“, sagt Werner Mey, Vorsitzender des Bürgervereins Langfort.

Der Grund dafür sei bereits in der Planung in den 70er Jahren angelegt gewesen: „Das Einkaufszentrum ist einfach zu groß geraten für Langfort. Ursprünglich sollten hier vor allem Mehrfamilienhäuser hin. Die Umplanung hin zu überwiegend Reihen- und Einfamilienhäusern ist dann aber an dem Einkaufszentrum vorbeigegangen.“

Den letzten großen Anlauf zu einer Belebung des Zentrums unternahmen die Geschäftsleute und Eigentümer mit der Einrichtung des Wochenmarkts 2010. „Aber er fand nicht genügend Kundenzuspruch, sonst hätten der Fischwagen, der Textiler und andere Händler sich ja nicht wieder verabschiedet“, sagt Frank Klarmann, ebenfalls vom Bürgerverein. Der Niedergang des Marktes zog auch den von den Geschäftsleuten gegründeten Verein „Wir in Langfort“ in Mitleidenschaft. Ende 2014 wurde er formell aufgelöst. „Im Wesentlichen hält das Ganze nur noch unsere Internetseite zusammen, Treffen finden eher unregelmäßig statt“, sagt Ute Steinke von „Wir in Langfort“. Nach ihren Worten handelt es sich bloß noch um eine „lockere Interessengemeinschaft“.

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