Das Sicherheitskonzept der Stadt Langenfeld umfasst 87 Seiten. Vereine sollen durch Vorgaben des Landes nicht belastet werden.

Das Sicherheitskonzept der Stadt Langenfeld umfasst 87 Seiten. Vereine sollen durch Vorgaben des Landes nicht belastet werden.
Der Leiter des Referats „Recht und Ordnung“, Christian Benzrath (l.) und der Leiter der Polizeiwache Langenfeld, Jörg Feistner (r).

Der Leiter des Referats „Recht und Ordnung“, Christian Benzrath (l.) und der Leiter der Polizeiwache Langenfeld, Jörg Feistner (r).

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Der Leiter des Referats „Recht und Ordnung“, Christian Benzrath (l.) und der Leiter der Polizeiwache Langenfeld, Jörg Feistner (r).

Langenfeld. Karenval wird seit jeher gefeiert. Aber die Bedingungen ändern sich. 1991 wurde das jecke Treiben wegen des Golfkriegs abgesagt, 2015 gab es Terrorwarnungen. 2016 überschatteten die Ereignisse der Silvesternacht in Köln die Veranstaltungen rund um Karneval. Jetzt ist es der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. „Aber wir lassen uns unsere Art zu leben nicht zerstören“, sagt Marin Prell, Erste Beigeordnete der Stadt, die für Sicherheit zuständig ist. Gemeinsam mit Vertretern der Vereine und der Polizei hat die Stadt ein Konzept entwickelt, das den Vorgaben der Bezirksregierung entspricht. Kosten für zusätzliches Personal und Material trage die Stadt. „Wir wollen die Vereine damit nicht belasten“, sagt Prell.

„Unser Projekt ,Alko Stops’ geht weiter.“

Christian Benzrath, Leiter des Referats „Recht und Ordnung“

„Das Sicherheitskonzept umfasst 87 Seiten“, erläutert Christian Benzrath, Bereichsleiter Ordnung. Schwerpunkt ist die Sperrung von Straßen, um die Gefahr von Lkw, die in einen Zug hineinrasen könnten, zu bannen. „Ab 12 Uhr sind die wichtigsten Straßen gesperrt“, sagt Benzrath. „Dann geht nichts mehr.“ Erst ab 17, 17.30 Uhr am Karnevalssamstag könne der Verkehr wieder fließen. An den mobilen Straßensperren (überwiegend Fahrzeuge) werden Mitarbeiter des Betriebshofs oder der Feuerwehr stehen, um im Notfall den Weg für einen Rettungswagen freizumachen. Es werde keine Ausnahmen geben. „Ein- und Ausfahrten sind dann in Teilen der Stadtmitte nicht mehr möglich. Wer falsch geparkt hat, wird abgeschleppt“, sagt Benzrath. „Wir stehen an der Seite der Betriebshofmitarbeiter“, bekräftig Jörg Feistner, Leiter der Polizeiwachen Langenfeld und Monheim. „Diskutieren ist also zwecklos.“ Auch er wird verstärkt mit seinen Kollegen unterwegs sein, die S-Bahnhöfe kontrollieren, nach Personalausweisen fragen und das Alter von Jugendlichen checken. „Im vergangenen Jahr haben wir viele Liter Alkohol weggeschüttet“, sagt er. Nicht nur Straßensperren stehen im Zentrum des Sicherheitskonzepts, sondern auch der Jugendschutz.

Den hat auch die Stadt im Blick. „Unser Projekt Alko Stops geht weiter“, sagt Benzrath. Auch seine Leute würden verstärkt Jugendliche kontrollieren. Rainer Kiewe vom Jugendreferat der Stadt hat zwei Partys organisiert – für Jugendliche unter und über 14 Jahren. Alkoholfrei. Darüber hinaus sei der Handel angewiesen, rund um die Karenvalstage keinen Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren zu verkaufen.

Bis zu 30 000 Besucher erwartet Langenfeld zum großen Karnevalszug am Samstag. 34 Gruppen werden ziehen, davon 14 Mottowagen und 21 Fußgruppen. „Das macht etwa 1300 Leute“, sagt Helmut Schoos, Vorsitzender des Festkomitees Langenfelder Karneval. 200 Wagenengel, die die Zugränder schützen, seien engagiert. Start ist um 14.11 Uhr am Immigrather Platz. In Berghausen startet der Zug am Karnevalssonntag um 14.11 Uhr. Auch dort ist ab 12 Uhr der Ortskern gesperrt. Am Abend, ab 18.33 Uhr, geht der Lichterzug ab Bienenweg durch Reusrath. Auch dort wird es Straßensperren geben.

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