Jede muslimische Gemeinde bekommt 420 000 Euro.

Monheim. Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) und seine 18 anwesenden Parteikollegen haben mit ihrer absoluten Mehrheit den Bau zweier Moscheen auf den Weg gebracht. CDU, SPD, Grüne und FDP stimmten in der Ratssitzung am Mittwochabend gegen die Bezuschussung der beiden muslimischen Monheimer Gemeinden mit je 420 000 Euro für den Erwerb von Baugrundstücken auf dem ehemaligen Freibadgelände beziehungsweise dem Areal der Firma Menk; die Ratsfrau der Linken war nicht im Saal.

„Es ist schade, dass keine einzige der anderen Fraktionen mit uns gestimmt hat.“

DanielZimmermann, Bürgermeister

„Es ist schade, dass keine einzige der anderen Fraktionen mit uns gestimmt hat“, meinte Zimmermann gestern. „In der Diskussion gab es zuletzt doch eine gewisse Annäherung, so dass ich mit einer breiteren Basis gerechnet hatte.“ Den Mehrheitsbeschluss, der kein weiteres Mal verschoben werden sollte, hätte die Peto ja schon im Juli treffen können. Peto-Fraktionschefin Lisa Pientak hatte in der Ratssitzung die anderen Parteien kritisiert. Deren den Moscheevereinen grundsätzlich zugesicherte Unterstützung sei durch das Nein zu den Grundstücken und zu den Zuschüssen nicht gegeben. Markus Gronauer (CDU) banstandete indes wie Werner Goller (SPD) die Vorgehensweise des Bürgermeisters und die Zuschusshöhe, äußerte Bedenken zu der vom türkischen Staat gelenkten Ditib-Gemeinde als Vertragspartner und beantragte einen Bürgerentscheid – den die Ratsmehrheit aber in geheimer Abstimmung ablehnte.

Wie geht es weiter? Zimmermann zufolge arbeiten der Ditib-Verein und die marokkanische Gemeinde jetzt die Architektenentwürfe für die beiden Moscheen aus und sammeln Spenden für deren Bau. Frühestens 2018/19 dürften die Gebäude stehen, acht Jahre haben beide Zeit. Die Grundstücke mit den heutigen Moscheen in ehemaligen Firmengebäuden an der Nieder- und Opladener Straße soll die Stadt laut Zimmermann den beiden Gemeinden für zusammen 981 000 Euro abkaufen und dieses Geld zur Zwischenfinanzierung vorstrecken. „Man könnte diese Grundstücke dann wieder an Handwerksbetriebe vergeben. Und die islamischen Gemeinden hätten zusätzliches Geld für den Bau der Moscheen.“ mei/elm

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