Laut einer Studie der DLRG kann jeder zweite Grundschüler nicht richtig schwimmen. Bei der SG Monheim werden die Kinder in Kursen behutsam ans Wasser herangeführt.

Laut einer Studie der DLRG kann jeder zweite Grundschüler nicht richtig schwimmen. Bei der SG Monheim werden die Kinder in Kursen behutsam ans Wasser herangeführt.
Hannah Goscinski übt mit Noch-Nichtschwimmer Noel den sogenannten Stern.

Hannah Goscinski übt mit Noch-Nichtschwimmer Noel den sogenannten Stern.

Ralph Matzerath

Hannah Goscinski übt mit Noch-Nichtschwimmer Noel den sogenannten Stern.

Monheim. Noel geht nicht ins Schwimmerbecken. „Zu kalt“, sagt er. Es sind drei Grad, die das Schwimmerbecken und das Lehrschwimmbecken trennen. Hier 27 Grad – und da 30. Es sind aber nicht nur drei Grad. Es sind auch bis zu 3,80 Meter Tiefe hier – und nur bis zu 1,35 Meter da. Das ist der eigentliche Unterschied für einen kleinen Schwimmschüler, der zeigen soll, dass er 25 Meter fürs Seepferdchen schwimmen kann.

Hannah hält die Hand ins Wasser. „Nicht schlimm“, sagt sie: „Nächstes Mal.“ Sie nimmt den Jungen wieder mit ins Lehrschwimmbecken und übt dort weiter mit ihm und den anderen Kindern. Hannah Goscinski, 17 Jahre, Schülerin am Otto-Hahn-Gymnasium, Wettkampfschwimmerin und Schwimmlehrerin bei der SG Monheim, hat schon vielen Kindern das Schwimmen beigebracht. Noel wird auch sein Seepferdchen bekommen. Demnächst.

Im Schnitt haben die Kinder ein Jahr bis zum Seepferdchen geübt

Hannah und ihre Trainerkolleginnen haben eine gute Grundlage geschaffen. Die Sechs- und Siebenjährigen aus Gruppe drei können gleiten und liegen dabei im Wasser wie ein Brett. Dazu die Kraulbewegung der Arme und Beinschlag.

Im Schnitt etwa ein Jahr lang haben die Kinder geübt. Sie haben angefangen mit Wassergewöhnung. Da ging es darum, den Kopf unter Wasser zu nehmen und die Augen aufzulassen oder wie ein Seestern auf dem Wasser zu liegen. Dann ging es in Gruppe zwei: Gleiten im Wasser und Technik lernen. „In Gruppe drei dann der Feinschliff und die Vorbereitung aufs Seepferdchen“, sagt Hannah.

Anders als andere Schwimmkurs-Anbieter lehren die Trainer bei der SG Monheim zuerst Brust- und Rückenkraul. „Die Techniken sind einfacher zu erlernen“, sagt Hannah. Besonders Rückenschwimmen ist für Anfänger geeignet. Mund und Nase sind dabei nämlich ständig über Wasser.

Bei fast allen Vereinen gibt es Wartezeiten

Bei der SG Monheim sind Schwimmkurse sehr gefragt. Etwa 450 Kinder als Mitglieder zählt Doris Siebert von der Schwimmabteilung derzeit. Sie organisiert das Training und 18 Übungsleiter, die engagiert sind und nur ein Taschengeld für ihre Leistung bekommen – und eben jede Menge Anerkennung. Der Schwimmlehrerjob ist nämlich unglaublich wichtig: Jeder zweite Grundschüler in Deutschland kann nicht richtig schwimmen. Die Zahl kommt aus einer aktuellen DLRG-Studie. Warum sind das so viele? Die DLRG sagt, oft fehlten Bäder für den Schwimmunterricht.

In Langenfeld und Monheim gibt es je ein großes Schwimmbad, dazu Lehrschwimmbecken. Vereine bieten Kurse an. Aber fast überall gibt es Wartelisten. Besonders Zeiten am späteren Nachmittag sind gefragt. Viele Kinder sind heute lange in der Schule. Auch Noel geht wegen der Ganztagsschule erst nach 4 Uhr zum Schwimmen. Nach Weihnachten macht er dann weiter. Vielleicht ist das Wasser dann wärmer.

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