Die neunte Klasse des Gymnasiums hat in Zusammenarbeit mit der Stadt ein Demografie-Projekt ins Leben gerufen.

Langenfeld. Die Stadt ist seniorenfreundlich, aber verbesserungsfähig. Zu diesem Ergebnisse kommen rund 35 Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums.

Die Schüler nahmen die Innenstadt genau unter die Lupe: Gibt es genügend Sitzmöglichkeiten, öffentliche Toiletten, Rampen, Aufzüge und Zebrastreifen? Wo muss die Stadt in Sachen Barrierefreiheit nachbessern?

udem befragten sie 145 Senioren und 141 junge Leute zum Wohlbefinden und zur Zufriedenheit mit dem Freizeitangebot. Am Dienstagabend wurden die Projektergebnisse dem Stadtrat vorgestellt.

Der demografische Wandel spielt sich vor der eigenen Haustür ab – und dieses Thema ist gar nicht so trocken, wie es zunächst scheint. Diese Erfahrungen haben die Schüler der neunten Klasse gemacht. Der Differenzierungskurs Erdkunde/Wirtschaft hat selbstständig Fragebögen entwickelt, um nachzuhaken, ob sich Senioren in der Stadt wohlfühlen.

Initiative kam von einem politisch interessiertem Schüler

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt durchgeführt. „Die Initiative kam von einem politisch interessierten Schüler“, sagt Mike Braunhardt, der als Lehrer das Projekt begleitet hat. „Er fragte, ob wir das Thema nicht im Unterricht aufgreifen könnten“, erinnert er sich.

Um dem demografischen Wandel zu begegnen sind in der Stadt bereits viele Projekte angestoßen worden – unter anderem der Stadtteiltreff. Er ist Teil des im Rat verabschiedeten Demografie-Konzepts. Es soll ein Netzwerk gebildet werden, um Senioren betreutes Wohnen zu Hause zu ermöglichen.

Der Schüler nahm Kontakt zur Ersten Beigeordneten und Demografie-Expertin im Rathaus, Marion Prell, auf. „Uns war viel an einer Kooperation mit der Stadt gelegen. So lernen die Schüler auch mal Stellen außerhalb der Schule kennen“, sagt Schulleiter Hans-Joachim Claas. „Die Stadt hat nicht die Ressourcen, eine großflächige Befragung durchzuführen“, sagt Claas.

Die Schüler wiederum seien von dem Forschungsauftrag der Stadt begeistert gewesen. „Das motiviert natürlich ungemein“, sagt Lehrer Mike Braunhardt.

Das Ergebnis der Befragung, das die Stadt in ihrer weiteren Arbeit berücksichtigen wird: Die meisten Senioren sind mit der Innenstadt zufrieden und fühlen sich gegenüber Jugendlichen nicht benachteiligt.

Die Stadtmitte wird als gut erreichbar empfunden. Das ergibt sich auch aus der Kartierung der Stadtmitte: Die Schüler fanden heraus, dass es genügend Parkmöglichkeiten gibt.

„Sie regen aber auch an, dass es neben Behinderten- auch Seniorenparkplätze geben sollte, die breiter als normale Stellplätze sind“, sagt Braunhardt.

Die Schüler stellten auch versteckte Barrieren heraus: auf der Hauptstraße entdeckten sie Unebenheiten, die sich als Hindernis für Rollatoren herausstellen könnten. Öffentliche Toiletten sind laut Untersuchung genügend vorhanden.

„Die Schüler fanden aber heraus, dass die Glastüren auf dem Weg zu den Toiletten im Marktkarree viel zu schwer sind“, sagt Braunhardt.

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