Einige der Bäume neben dem Mona Mare müssen der neuen Kita weichen. Nach wie vor rufen die Fällungen Kritik hervor.

Einige der Bäume neben dem Mona Mare müssen der neuen Kita weichen. Nach wie vor rufen die Fällungen Kritik hervor.
Die ersten Bäume des Wäldchens am Mona Mare wurden gefällt.

Die ersten Bäume des Wäldchens am Mona Mare wurden gefällt.

Ralph Matzerath

Die ersten Bäume des Wäldchens am Mona Mare wurden gefällt.

Monheim. Auf dem Gelände des sogenannten Wäldchens, östlich des Allwetterbads Mona Mare, haben die Rodungsarbeiten für den Neubau der Kita begonnen. „Die erste Schneise ist geschlagen“, sagt Werner Goller (SPD): „Ich habe es mir gestern angeschaut. Ich bin bestürzt und bekümmert, dass die Stadt das jetzt so durchzieht.“

Der Sozialdemokrat gehört zu den Gegnern des Projektes. Noch in der Haushaltsrede Ende vergangenen Jahres kritisierte er die von der Mehrheitspartei Peto „trickreich“ initiierte Abholzung des Mona-Mare-Wäldchens zugunsten einer Kita mit „überdimensionierter Grundfläche“ als ein „Trauerspiel in fünf Akten“.

„Die erste Schneise ist geschlagen. Ich habe es mir gestern angeschaut. Ich bin bestürzt und bekümmert, dass die Stadt das jetzt so durchzieht.“

Werner Goller, SPD

Das Wäldchen sei für das Kleinklima des Berliner Viertels wichtig, wiederholte er nachdrücklich seine Argumentation. „Da helfen auch die Ausgleichsflächen nicht“, sagte der ehemalige Schuldirektor. Zudem erinnerte der 70-Jährige an Gebote der politischen Vernunft wie Kompromissbereitschaft statt „Politik von oben herab“ oder die Unterscheidung des Wesentlichen vom Unwesentlichen bei der Ausgabendisziplin.

1000 Bürger hatten für den Erhalt des Wäldchens unterschrieben

„Wir werden das Ergebnis ja sehen“, kommentierte Goller gestern die Konsequenz aus den begonnen Fällarbeiten. „Ich gehe davon aus, dass die Bevölkerung ihre Schlüsse ziehen wird“, bleibt er bei seiner Kritik an der Arbeit der Peto und hofft auf ein geändertes Wahlverhalten.

Der Sozialdemokrat steht nicht allein mit seiner Meinung. Im Sommer 2015 hatte es bereits heftige Diskussionen in den politischen Gremien um den Neubau der Kita und den Erhalt des alten Baumbestands gegeben. CDU, SPD und Grüne stellten sich gemeinsam gegen Fällungen, die Ausmaße der Kita sowie den Standort. Die CDU sammelte Unterschriften für den Erhalt des Wäldchens. 1000 Bürger haben unterschrieben.

Die Stadt lenkte ein, allerdings nur was die Zahl der zu fällenden Bäume angeht, und verzichtet auf ursprünglich geplante Neubauten neben der Kita – ein Kompromiss, der den Oppositionsparteien nicht weit genug ging. Der Bebauungsplan ist mit Peto-Mehrheit so beschlossen worden.

Der Kita-Neubau soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden

Jetzt werden Teilbereiche des Strauch- und Baumbestands entfernt. Der Baubeginn für die Kita wird von der Stadt für März angekündigt. Die Fertigstellung des Kitagebäudes an der Kurt-Schumacher-Straße soll noch in diesem Jahr vollzogen sein. „Bei den Planungen war die Stadt darum bemüht, möglichst viele der besonders alten Bäume zu erhalten und in die neu entstehende Anlage zu integrieren“, erinnert die Stadt in einem Schreiben an die Beschlusslage.

Das neue Kita-Gebäude nimmt eine Fläche von 1200 Quadratmetern ein, insgesamt ist das Gelände der Einrichtung 3700 Quadratmeter groß. Der Neubau kostet 3,3 Millionen Euro.

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