Bei einer Anhörung informierte Zimmermann zu dem Projekt. Anwohner sind in Sorge: Sie fürchten Hochhäuser und mehr Verkehr.

Monheim. Gebührenfreie Plätze in Kitas und im offenen Ganztagsbetrieb, neue Schulgebäude und Spielplätze: Diese familienfreundlichen Angebote sind nur durch hohe Gewerbesteuereinnahmen zu finanzieren. Deshalb will die Stadt Monheim nunmehr die letzte große Potenzialfläche für die Ansiedlung von Unternehmen südlich der Alfred-Nobel-Straße mit dem Schwerpunkt Pharma und Biotechnologie entwickeln.

Der Notarvertrag mit UCB über den Kauf des Grundstücks durch eine eigens gegründete städtische Tochter, die Creative Campus Monheim GmbH, wird laut Bürgermeister Daniel Zimmermann in Kürze unterzeichnet. „Wir wollen mit der Schaffung von 1500 bis 2000 zusätzlichen Arbeitsplätzen eine gesunde Struktur etablieren. Wir haben momentan noch einen Überschuss an Auspendlern“, erklärte Zimmermann bei einer Bürgeranhörung zum laufenden Bebauungsplanverfahren am Dienstagabend.

Auf dem Areal soll es 2000 Parkplätze geben

Bei der Konzeption nehme man am Gewerbegebiet Rheinpark Maß, vor allem was die Qualität der Architektur angehe. Jeder Investor müsse als Voraussetzung für den Grundstückskauf verbindliche Planungen vorlegen. Anders als im Rheinpark wolle man den ruhenden Verkehr in drei Parkhäusern bündeln, vorgesehen sind 2000 Plätze. Der Schnellbus soll den Creative Campus künftig im 10-Minuten-Takt an den RRX-Halt in Benrath anbinden. Und es soll eine Infrastruktur für viele Belange des täglichen Lebens – wie Restaurants, Sportstudios und Dienstleister – geben.

Die Rheinuferstraße soll 2019 saniert werden

Bei der Anhörung hatten sich vor allem Anwohner der Robert-Koch- und der Rheinuferstraße eingefunden. Erstere beklagten, dass der Rahmenplan an der bisherigen Einfahrt zum UCB-Gelände eine bis zu achtgeschossige Bebauung vorsieht. „Das ist doch ein Riesenklotz“ empörte sich ein Bürger. Warum könnte man die Hochhäuser nicht im Osten des Geländes konzentrieren?

Dort habe Aesica eine große Fläche reserviert, erklärte Zimmermann: „Wir würden uns wünschen, dass das Unternehmen seine Produktion von der Mittelstraße dorthin verlegt. Das innenstadtnahe Areal ist besser für eine Wohnbebauung geeignet.“ Der Südrand des Campus scheide für höhere Gebäude aus, weil dort die Wohnhäuser noch näher seien. Grundsätzlich, so Zimmermann, stecke der Bebauungsplan den Maximalrahmen ab, der müsse von den Investoren nicht ausgeschöpft werden.

Sorge bereitet Anwohnern auch die zu erwartende Zunahme des Autoverkehrs – zumal die Rheinuferstraße in einem „katastrophalen Zustand“ sei. Die Stadt wolle 2019 die grundlegende Sanierung der Straße angehen, sagte Zimmermann. Die auf Anwohner zukommenden Beiträge würden nach der Bebaubarkeit des Grundstücks berechnet. „Die höchsten Anteile entfallen dann auf die neu angesiedelten Unternehmen.“

Ihren Wohnraum bedroht sehen einige Bürger, die in alten Werkswohnungen auf dem Campus wohnen – denn diese sollen abgerissen werden. „Aber ihre Mietverträge gelten fort, Kauf bricht nicht Miete“, so der Bürgermeister. Außerdem werde sich die Entwicklung des Geländes über bis zu 20 Jahre hinziehen.

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