Sternsinger zu finden, wird immer schwieriger. Dabei nimmt die Zahl der Bürger zu, die auf ihren Besuch warten.

Brauch
Paula, Noah, Hannah, Ronja (von links) waren in Richrath unterwegs, um den Segensspruch zu verkünden. Elke Schumacher (im Hintergrund) hat schon auf die kleine Gruppe gewartet.

Paula, Noah, Hannah, Ronja (von links) waren in Richrath unterwegs, um den Segensspruch zu verkünden. Elke Schumacher (im Hintergrund) hat schon auf die kleine Gruppe gewartet.

Anna Schwartz

Paula, Noah, Hannah, Ronja (von links) waren in Richrath unterwegs, um den Segensspruch zu verkünden. Elke Schumacher (im Hintergrund) hat schon auf die kleine Gruppe gewartet.

Langenfeld. Drei Könige und ein Sternträger schellen bei Familie Nieswandt am Ludoviciweg 67. Angelika und Alfred Nieswandt haben die Sternsinger schon erwartet. „Stern über Bethlehem“ singen die Zwillinge Paula und Hannah gemeinsam mit Noah und Ronja (alle 7).

„Schön habt ihr das gemacht“, loben Nieswandts die kleine Gruppe, die von Nicole Jacobs geleitet und ihrer jüngsten Tochter Larissa (1) im Kinderwagen vervollständigt wird. „Wir freuen uns jedes Jahr auf den Besuch der Sternsinger“, sagt Angelika Nieswandt, „das ist ein schöner alter Brauch.“

Mit einem Geldschein für die Sammelbüchse und Süßigkeiten verabschieden sie die Kinder in ihren bunten Gewändern und goldenen Kronen.

Die Sternsinger werden immer jünger

Ronja ist der Mohr, mit Bronzepuder hat sie die Mutter am Morgen geschminkt. Seit 10 Uhr ist die Gruppe unterwegs, um in Richrath zu singen, die Segenswünsche an die Tür zu schreiben und für ein Hilfsprojekt zu sammeln.

So ganz genau wissen sie nicht, wohin das Geld geht. „Es ist für arme Kinder“, sagen sie.

Pater Joseph, in St. Martinus tätig, gab 2008 die Anregung, die Sternsinger-Spenden für den Bau eines Internats im nordindischen Bistum Bijinor zu verwenden. Dieses auf fünf Jahre festgelegte Projekt sei deshalb dringend, da christliche Missionare eine Schule für die ärmsten Kinder gebaut haben, die aus umliegenden Dörfern kommen. Inzwischen sind von 2008 bis 2010 rund 30 000 Euro gespendet worden. Das Ergebnis der Sammlung 2011 wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

Die Sternsinger-Aktion stieß in Richrath auch in diesem Jahr auf großen Zuspruch. 62 Kinder hatten sich gemeldet und wurden in 17 Gruppen an mehreren Tagen von Müttern und zwei Vätern auf ihren Rundgängen begleitet.

62 Sternsinger in 17 Gruppen waren in diesem Jahr in Richrath unterwegs, einige von ihnen bereits am Donnerstag im Martinus-Krankenhaus. Es sind überwiegend Mädchen und Jungen aus den zweiten und dritten Klassen, der älteste Sternsinger ist 14 Jahre alt. „Eine Ausnahme“, sagt Nicole Jacobs.

Es werde immer schwieriger, Kinder, die bei der Aktion mitmachen, zu finden. Sie selbst ist das erste Mal Organisatorin der Sternsingeraktion in Richrath und begleitet eine Gruppe.

„Auf dem Weihnachtsmarkt hat mich Organist Peter Gierling angesprochen, ob ich mithelfen wolle, und ich habe zugestimmt.“ Vor 20 Jahren war sie selbst Sternsingerin.

Die Kinder wissen genau, was der Segensspruch bedeutet

Weiter geht es von den Nieswandts zum Haus von Manfred Larsau. Paula wird nach dem Lied und Segensspruch hochgehoben, schreibt das Zeichen „20 C-M-B 11“ auf die Haustür. „Christus Mansiomfien Benedicat – Christus segne dieses Haus“ wissen die Kinder.

Manfred Larsau freut sich über die Sternsinger. „Die tun was Gutes.“ Dieser Ansicht sind auch Elke und Klaus Schumacher im Nachbarhaus. „Kommt Kinder, schaut euch die Krippe an“, laden sie die Sternsinger ins Wohnzimmer ein. „Wie lange müssen wir noch singen?“, wollen die Kinder wissen.

„Wir sind noch nicht ganz fertig“, sagt Jacobs. Dass die Kinder in diesem Jahr so jung sind, sei ein Problem. Das lange Laufen falle ihnen schwerer. Und immer mehr Bürger wünschten den Besuch der Sternsinger, seien aber auch oft sehr anspruchsvoll.

„Wenn sie nicht zu Hause sind, erwarten sie, dass wir noch einmal kommen. Das können wir nicht immer“, sagt die Mutter.

Gegen Mittag ist der Einsatz der jungen Könige beendet. Auf die Gruppe warten bei Familie Jacobs Pfannekuchen. „Nächstes Jahr machen wir wieder mit“, sagen die vier. Auch Nicole Jacobs will wieder dabei sein.

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